Das erste Mal ohrenbetäubender Lärm, als die Dynamos aus Dresden im zweiten Spiel gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt auflaufen und sie schließlich regelrecht vom Platz fegen. Kein Wunder, für die Dresdner Fans ist die erdgasarena längst so etwas wie ihr „zweites Wohnzimmer“ . Doch die Gelb-Schwarzen aus Sachsen haben starke Konkurrenz bekommen. Ihnen gegenüber sitzen in der anderen Hallenkurve die Fans von Energie Cottbus. Und vor allem Lothar Ulke mit der Fan-Abordnung von Eintracht Koßdorf. „Wir sind jedes Jahr hier“ , schreit er der RUNDSCHAU zu, während seine Mannen ununterbrochen die Pauke schlagen. Jetzt kommt Energie: Hände strecken sich aus, um Autogramme zu erhaschen. Unter anderem die von Paul Dörschel aus Haida und Patrick Fahr, der in Elsterwerda beim Onkel zu Besuch ist und Sascha Hecht, der den Opa in Merzdorf besucht und unbedingt zum Hasseröder-Cup wollte. Die Unterschriften von Nürnbergs Coach Wolfgang Wolf und Eintrachts Willi Reimann haben sie schon. Aber Ede, der fehlt ihnen noch. Unterdessen hat Cottbus ebenso wie Dynamo die Eintracht aus der Halle geschossen – Energie-Präsident Dieter Krein nickt zustimmend als die RUNDSCHAU konstatiert: „Das fing doch nicht schlecht an.“
Jetzt sind alle heiß auf das Duell mit den Dynamos. Und Volkmar Krille und die Crew aus Falkenberg sitzt wie gebannt: Energie auf der Verliererstraße. Hämisch singen die Dynamo-Fans: „Und ihr wollt zweite Liga sein?“ Das wurmt auch Dominik Matthäus aus Dubro: „Erst mal ein Bier trinken.“
Ede Geyer läuft zur Hochform auf. Der Schiedsrichter hat nach einer Körperattacke nur Energie-Spieler Marco Gebhardt von der Rasenmatte geschickt. Niederlage gegen Dresden. Ernüchterung macht sich breit. Energie-Manager Klaus Stabach faucht den RUNDSCHAU-Redakteur an, als dieser fragt, ob es das war. „Wenn wir wieder so einen Schiedsrichter bekommen, dann ja.“ In der anderen Ecke schwenken hoch oben im Dynamo-Block Fans aus der Sängerstadt ihre schwarz-gelben Schals. Auch Gerd und Ronny Heischkel aus Beiersdorf und Denny Kunkel aus Uebigau jubeln.
Ede Geyer hat sich inzwischen beruhigt, schwatzt gelassen mit einigen Fans. Man steht im Halbfinale gegen den Chemnitzer FC und zittert sich schließlich ins Finale. Dresden ist gegen Nürnberg rausgeflogen – die Hoffnung auf eine Wiederholung des Derbys dahin. Die Luft ist raus aus dem Turnier. Die Falkenberger geben einen Tipp ab, alle für Energie – Ulli Fritzsche (3:1), Lutz Bernhardt (2:1), Maik Quente (4:2) und Dirk Lehmann (3:0). Keiner hat recht – Energie verliert im Finale gegen Titelverteidiger Nürnberg.
Doch die Fans aus dem Elbe-Elster-Kreis haben ihr Kommen nicht bereut: „Die Atmosphäre ist einfach unwahrscheinlich – das kann dir kein Fernsehen bieten.“ Sie sagen es und machen sich auf den Weg nach Hause.