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Eintausend Kunden weniger

Jobcenter
Jobcenter FOTO: Stefan Sauer (dpa-Zentralbild)
Elbe-Elster. Die Anzahl der Leistungsempfänger beim Jobcenter Elbe-Elster ist deutlich gesunken. Das liegt auch, aber nicht nur am Arbeitsmarkt. Manfred Feller

Die Anzahl der Leistungsempfänger im Landkreis ist binnen zwei Jahren deutlich zurückgegangen. Nach Angaben von Eike Belle, Geschäftsführerin des Jobcenters Elbe-Elster, hatten Ende des Jahres 2014 noch 8152 Frauen und Männer Leistungen bezogen. Zwei Jahre später waren es 7150. Die Gründe sind vielschichtig. "Der Arbeitsmarkt hat kräftig angezogen und es geht weiter", sagt Eike Belle. So sind während der Hoch-Zeit der Flüchtlingswelle sehr viele Jobs zum Beispiel in der Betreuung und im Sicherheitsbereich geschaffen worden.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat April sind in Elbe-Elster 801 Arbeitslose weniger offiziell registriert, insgesamt aber noch 4648 Personen. Die Quoten sind in den Altkreisen Bad Liebenwerda (6,8 %), Herzberg (8,4 %) und Finsterwalde (10 %) weiter deutlich gesunken. Im Gegensatz dazu wächst das Angebot der freien Stellen auf heute mehr als 900 in Elbe-Elster.

Auch andere Faktoren haben dazu geführt, dass die Anzahl der Leistungsempfänger deutlich gesunken ist, wie Pendeln oder Wegzug aufgrund einer Arbeitsaufnahme, Rente und Tod. "Gut ist auch, dass viele junge Menschen nach der Ausbildung sofort eine Arbeit erhalten und nicht in das System der Grundsicherung rutschen", stellt die Geschäftsführerin mit Blick auf die Zahlen fest. In Elbe-Elster waren im April 153 bis zu 25-Jährige arbeitslos (April 2016 noch 216). Den gegenwärtig knapp 400 noch unversorgten Bewerbern für Berufsausbildungsstellen stehen allein im Landkreis noch etwa 460 unbesetzte Lehrplätze zur Verfügung.

"Wir gucken, dass sich keiner in der Grundsicherung wohlfühlt und sind eng an den jungen Kunden dran", versichert Eike Belle. Wer noch keinen festen Job in Aussicht hat, der wird nach Möglichkeit unter anderem mit Arbeitsgelegenheiten und Praktika beschäftigt. Auch befristete Einstellungen haben das Ziel feste Arbeit.

Wer sich aufgrund seiner ungenügenden Schulbildung nicht für eine Lehre eignet, werde auf die berufliche Weiterbildung vorbereitet. Das letzte Mittel gegen Unwillige seien Sanktionen. Nur in Ausnahmen sei dies jungen Leuten egal. "Wer Leistungen bei uns beantragt, der hat Rechte und Pflichten", stellt Eike Belle klar.

Die Einführung des Mindestlohnes habe auch in diesem Landkreis weniger negative Auswirkungen gehabt, als von vielen befürchtet. Der Arbeitsmarkt sei weiter gewachsen. Nicht selten wurde eine geringfügige in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt, die nunmehr den Lebensunterhalt sichert. Auf der anderen Seite seien insbesondere in der Übergangszeit 2014/15 Arbeitsverträge zwar dahin gehend geändert worden, dass diese den Mindestlohn beinhalten, jedoch wurde die Stundenzahl reduziert. "Diese Personen sind Ergänzer geblieben", stellt die Jobcenterchefin fest.

Eine Person im Alleinhaushalt, die Vollzeit (acht Stunden) für Mindestlohn arbeitet, habe keinen Anspruch auf Ergänzung.

Die Anzahl jener Frauen und Männer im Landkreis Elbe-Elster, die trotz Arbeit staatliche Unterstützung erhalten, ist innerhalb von zwei Jahren von 2450 (Ende 2014) auf 2068 gesunken. Darunter sind mit einem Zuverdienst unter 450 Euro 1150 Personen (2014 = 1500), Verdienst 450 bis 850 Euro 329 Personen (2014 = 343), Verdienst 850 bis 1200 Euro 291 Personen (2014 = 325) und Verdienst von mehr als 1200 Euro 299 Personen (2014 = 312).