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| 16:17 Uhr

Projekt für 900 Schulanfänger in Elbe-Elster
Eltern zahlen aus eigener Tasche für sicheren Schulweg

 Thomas Nissen übt hier mit den Kindern, im Straßenverkehr richtig zu reagieren.
Thomas Nissen übt hier mit den Kindern, im Straßenverkehr richtig zu reagieren. FOTO: Dieter Babbe
Finsterwalde/Möglenz. In Möglenz gibt es eine einmalige private Unterstützung für ein Kita-Projekt der Kreisverkehrswacht.

Die Kita „Schwalbennest“ ist die jüngste Einrichtung im Landkreis, in der Mitglieder der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster Verkehrserziehung bei Vorschulkindern anbieten können – obwohl die Stadt Bad Liebenwerda eine Mitfinanzierung des Projektes bisher abgelehnt hat. Daraufhin zahlen alle betreffenden Eltern den Eigenanteil für ihre Kinder von jeweils 20 Euro aus der eigenen Tasche.

Dieser Tage besuchten Thomas Nissen und Holmar Zeisbrich die Einrichtung, um den Kindern hier auf spielerische Weise die Regeln des Straßenverkehrs nahe zu bringen. Die fünf Steppkes, die in diesem Jahr in die Schule kommen, übten die Verkehrsschilder auf dem Schulweg, lernten Geräusche zu erkennen, probten in den Schulbus ein- und auszusteigen, wie man sich richtig beim Überqueren der Straße verhält und spielten Geschicklichkeitsspiele, was besonders viel Spaß machte.

„Es war uns und den Eltern sehr wichtig, dass die Kinder ab dem Sommer wissen, wie sie sicher in die Schule und wieder nach Hause kommen“, sagt Gabriele Schindler – die Kita-Leiterin freute sich, dass alle Eltern für dieses wichtige Projekt 20 Euro übrig hatten. Zumal die Kita, wenn es um die Sicherheit der Kinder geht, zunehmend allein gelassen werde, blickt Gabriele Schindler zurück – und erinnert sich: „Früher kam die Polizei einmal im Jahr mit ihrer Puppenbühne zu uns, wo die Regeln im Straßenverkehr spielerisch behandelt wurden. Die Kinder waren total begeistert. Ist abgeschafft. Sogar drei Tage kam die Feuerwehr in unsere Einrichtung, wo kindgemäß erklärt wurde, wie sich Kinder in einem Brandfall verhalten müssen. Ist abgeschafft.“

Über ein Förderprogramm des Bundes ist es der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster gelungen, zwei Verkehrswächtern ein Projekt zu übertragen. Das Ziel ist, in einem Jahr alle 81 Kitas im Elbe-Elster-Kreis zu besuchen und mehr als 900 Schulanfänger in die Verkehrserziehung einzubeziehen. Bisher haben Städte wie Bad Liebenwerda, aber auch Herzberg, Mühlberg, Falkenberg und Sonnewalde einen verhältnismäßig geringen finanziellen Zuschuss abgelehnt. „Um alle Schulanfänger auch der Stadt Bad Liebenwerda in unser Programm einbeziehen zu können, hätte die Stadt lediglich 1440 Euro beisteuern müssen – das ist für eine Stadt relativ wenig Geld für viel Sicherheit der Kinder“, sagt Dieter Babbe, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Elbe-Elster.

(dbe)