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| 15:55 Uhr

Interview mit Göran Schrey
Einmalige Idee eines Amtsdirektors

Die erste von zwei Etappen endete am Kulturhaus in Plessa, wo Bürgermeister Gottfried Heinicke Erfrischungen spendierte. Auch Amtsdirektor Göran Schrey (Bildmitte) hat sich ein Bier verdient.
Die erste von zwei Etappen endete am Kulturhaus in Plessa, wo Bürgermeister Gottfried Heinicke Erfrischungen spendierte. Auch Amtsdirektor Göran Schrey (Bildmitte) hat sich ein Bier verdient. FOTO: Dieter Babbe
Plessa. Göran Schrey drückt beim Radwegebau im Amt Plessa auf die Tube – und will so Dörfer verbinden.

Der Verwaltungschef und alle Bürgermeister laden Abgeordnete und Einwohner zu einer gemeinsamen Radfahrt durch alle Gemeinden des Amtes ein. Kommunalpolitik auf der Straße – das ist bisher einmalig. Amtsdirektor Göran Schrey vom Amt Plessa hatte die Idee. LR befragte ihn dazu.

Wie kommt man auf so etwas?

Schrey: Im Amtsausschuss sind wir uns einig: Unser Amt ist ein Naturparadies, das unsere Bürger, aber auch Touristen genießen sollen. Wir wollen unsere Radwege verbessern und noch mehr Besucher in unser Amt einladen. Als wir vor der Karte des Amtes standen, wussten wir nicht, welche Prioritäten wir setzen sollten. Nicht jedes Amtsausschussmitglied kannte sich genau in den Örtlichkeiten aus. Da habe ich den Vorschlag gemacht: Machen wir uns doch ein Bild vor Ort, unternehmen wir eine Radtour und laden die Bürger dazu ein.

Immerhin 50 Radler sind ihrer Einladung gefolgt. Haben Sie mit so vielen Leuten gerechnet?

Schrey: Auf keinen Fall. Die Teilnahme von so vielen Bewohnern hat mich total überrascht. Es waren auch knapp ein Dutzend Gemeindevertreter bei der Radfahrt darunter – ihnen wird die Entscheidung, wo Radwegen gebaut werden sollten, jetzt leichter fallen.  Die Radtour hat auch dazu beigetragen, dass wir unser Amt besser kennenlernen. Ein Gemeindevertreter aus Schraden hat zum Beispiel eingestanden, dass der noch nie so nah am Loben war.

Bei der Tour gab es glatte Radwege, aber auch Wanderwege, auf denen es sich schlecht radeln lässt, und sogar eine „Panzerstraße“.

Schrey: Wir haben im Amt Plessa gegenwärtig insgesamt 35 Kilometer befestigte Radwege. Das Problem: Das sind alles Teilstücken mit vielen Lücken dazwischen, es gibt kein geschlossenes Radwegenetz im Amt. Mir schwebt vor, Radwegeverbindungen zwischen den Gemeinden zu verbessen, um so auch die Gemeinschaft im Amt zu stärken, natürlich auch, damit Touristen  zu uns  kommen. Nur gemeinsam können wir im Amt etwas bewirken.

Wie geht es nach der Radtour weiter?

Schrey: Wir wollen jetzt ein Radwegenetz im Amt Plessa planen. Dazu soll über den Sommer eine Konzeption erarbeitet werden. Im September kommt das Thema in den Amtsausschuss.

Mit Göran Schrey
sprach Dieter Babbe