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Eine Rose für eine Sklavin

Roland Graeff aus Zeischa hat gemeinsam mit Rosenliebhaber Ewald Scholle aus Nordrhein-Westfalen eine Rose gezüchtet, die am 7. April im Berg- und Badepark in Bad Muskau gepflanzt werden soll. Sie erinnert an Machbuba, eine Sklavin, die Fürst Pückler einst von einer Reise nach Ägypten mitgebracht haben soll.
Roland Graeff aus Zeischa hat gemeinsam mit Rosenliebhaber Ewald Scholle aus Nordrhein-Westfalen eine Rose gezüchtet, die am 7. April im Berg- und Badepark in Bad Muskau gepflanzt werden soll. Sie erinnert an Machbuba, eine Sklavin, die Fürst Pückler einst von einer Reise nach Ägypten mitgebracht haben soll. FOTO: Mona Claus/mcl1
Bad Muskau/Zeischa. Wenn von Hermann Fürst von Pückler-Muskau die Rede ist, kommt man irgendwann auch auf den Berg- und Badepark in Bad Muskau und dann zwangsläufig auf die damals blutjunge Sklavin Machbuba, die der Fürst von seiner Ägypten-Reise mitbrachte, zu sprechen. Ihr wird am 7. April eine Rose gewidmet – gemeinschaftlich gezüchtet von Rosen-Liebhaber Ewald Scholle (Nordrhein-Westfalen) und Baumschulgärtner Roland Graeff aus Zeischa. Mona Claus / mcl1

Die Idee keimt seit etwa sieben Jahren im Kopf von Baumschulgärtner Roland Graeff. An Machbuba, die im Berg- und Badepark in Bad Muskau lebte und die in der heute völlig zerstörten Rosenvilla ihre letzten Tage verbrachte, soll fortan eine Rose erinnern. Die Rosenvilla wieder aufzubauen, ist nicht geplant. In den Grundmauern der Villa soll ein Denkmal, gestaltet von äthiopischen Künstlern, an Machbuba, die Pückler auf dem Sklavenmarkt in Kairo kaufte, erinnern. Sie war Überlieferungen zufolge danach seine Reisebegleiterin, Krankenpflegerin und Geliebte.

Viele Menschen wissen vermutlich gar nicht, dass Bad Muskau zwei Parks besitzt, neben dem weithin bekannten Schlosspark eben auch den Berg- und Badepark. An der Stelle des dort befindlichen alten Springbrunnens, der den Planungen zufolge noch erneuert wird, soll ein Meer aus Machbuba-Rosen die Besucher in Verzückung versetzen.

"Eine frühere Pflanzung", so Roland Graeff, "ist an der passenden Rose gescheitert. Sie soll ja zur Machbuba - eine dunkelhäutige, junge, zierliche Person - passen." Seit etwa zwei Jahren gibt es die Rose, die diese Eigenschaften in sich vereint. Roland Graeff hat sie heimlich schon "die Machbuba" genannt. Es ist eine dunkelrote Zwerg-Bengalrose. Sie ist kleinblütig, öfter blühend, stark wachsend. Interessant ist sie in ihrer kräftigen Farbe auch dann noch, wenn erste Blütenblätter bereits welken. Für Graeff auch sinnbildlich für den frühen Tod der Machbuba. Sie wurde vermutlich nur 16 Jahre alt.

Im vergangenen Jahr zum Küchengartenfest hat er mit den Parkverantwortlichen die letzten Absprachen geführt. Nun steht fest: Im 200. Jahr des Bestehens des Parkes Bad Muskau wird die Rose am 7. April gepflanzt. Im Juni, wenn sie blüht, soll sie getauft werden. Zwei Rosen sollen künftig auch auf dem nahegelegenen Friedhof, wo sich das Grab der Machbuba befindet, gepflanzt werden. Ein oder zwei Rosen werden sich auch im Branitzer Park wiederfinden.

Machbubas Grab.
Machbubas Grab. FOTO: mcl1