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| 18:33 Uhr

Elbe-Elster
Eine irre Freibad-Saison klingt aus

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (l.) und Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz gehörten am Montagnachmittag mit zu den letzten Freibadbesuchern in Herzberg für diese Saison. Sie schwammen für einen guten Zweck und sammelten mit der Aktion Spenden für den Herzberger Tierpark. 1000 Euro sind zusammengekommen. Wahrscheinlich zum Wochenende schließt das Bad für 2018 seine Pforten.
Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (l.) und Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz gehörten am Montagnachmittag mit zu den letzten Freibadbesuchern in Herzberg für diese Saison. Sie schwammen für einen guten Zweck und sammelten mit der Aktion Spenden für den Herzberger Tierpark. 1000 Euro sind zusammengekommen. Wahrscheinlich zum Wochenende schließt das Bad für 2018 seine Pforten. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Elbe-Elster. Die ersten Freibäder im Landkreis haben bereits wegen Besuchermangels geschlossen. Andere verlängern die Saison wegen der anhaltend sommerlichen Temperaturen. Von Mirko Sattler, Gabi Böttcher, Heike Lehmann und Birgit Rudow

Die Badesaison ist am Wochenende vielerorts beendet worden. Damit kann abgerechnet werden. Fest steht nun: So viele Besucher hat es, wenn überhaupt, dann sehr lange nicht mehr in den beiden Freibädern des Schradenlandes gegeben. 14 100 wurden in Großthiemig gezählt. Genau 22 637 Gäste waren es im Freibad Merzdorf. „Für mich ist es eine gute Saison gewesen. In Spitzenzeiten konnten wir einen Besucheransturm von 760 Besuchern pro Tag verzeichnen. Auf die Saison gerechnet, kommen wir auf 300 Besucher pro Tag. Für die nächsten Tage wird es mau aussehen, daher beenden wir auch unsere Saison“, so der Bäderkoordinator des Schradenlandes, Maik Gentsch.

Lag die durchschnittliche Wassertemperatur des Quellwassers bis 25. August noch bei durchschnittlichen 26 Grad Celsius, so ist sie in den vergangenen Tagen rapide gesunken. „Momentan haben wir eine Wassertemperatur von 19 Grad. Das ist für die meisten zu kalt“, so Gentsch weiter.

In Merzdorf: Rettungsschwimmer Maik Gentsch (l.) und Gemeindemitarbeiter Jürgen Grünberg lagern das Boot winterfest ein, mit dem sie den Sommer über das Becken von der Mitte her bechlort haben.
In Merzdorf: Rettungsschwimmer Maik Gentsch (l.) und Gemeindemitarbeiter Jürgen Grünberg lagern das Boot winterfest ein, mit dem sie den Sommer über das Becken von der Mitte her bechlort haben. FOTO: Mirko Sattler

Die beiden Bäder im Schradenland, Großthiemig und Merzdorf, werden nun winterfest gemacht. Im Merzdorfer Freibad begann man ab Montag das Chlor abbauen zu lassen, so dass dann, in ein bis zwei Wochen, das Wasser aus dem 50 mal 50 Meter-Becken entfernt werden kann. Über die Wintermonate werden kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten durchgeführt, wie zum Beispiel das Streichen der Umkleidekabinen.
 Das größere und jüngere Freibad im Schradenland profitiert von den großen Städten der Umgebung. „Die Besucher in Merzdorf kamen vor allem aus Großenhain, Gröditz und Elsterwerda. Das Bad Groß­thiemig hat nicht solche großen Städte in der Umgebung“, sagt  Maik Gentsch. Aber: Das Freibad Großthiemig feiert im nächsten Jahr sein 80-jähriges Bestehen.

Im Freibad Finsterwalde am Ponnsdorfer Weg war am Freitag der letzte Badetag. Planmäßg, wie Bäderleiter Torsten Marasus erklärt. „Wir haben lange überlegt, ob wir verlängern. Aber der Aufwand hätte nicht gelohnt im Verhältnis zu den teilweise zehn bis zwanzig Besuchern, die die letzten Tage noch zu uns kamen.“ Seit Beginn seiner Aufzeichnungen, also seit 2012, habe er die beste Saison erlebt. Konkrete Zahlen wolle er erst dem Aufsichtsrat vorlegen. Zur Bilanz gehöre, dass ein beinahe Badeunfall zum Glück gut ausging. „Da hatten wir echt einen Schutzengel“, holt Marasus tief Luft. Und die Technik des Freibades habe durchgehalten. Das Personal sei jetzt wieder komplett in die Schwimmhalle Fiwave umgesetzt – „inklusive unserer neuen Auszubildenden als Fachangestellte für Bäderbetriebe“, informiert der Chef. Die Freibadsaison wurde zusätzlich mit Pauschalkräften im Rettungsschwimmerbereich abgesichert, so Marasus.

Im Erlebnisbad Tröbitz tummeln sich dieser Tage zwar auch nicht mehr so viele Badegäste wie an den heißesten Tagen des Jahres. Dennoch gibt’s dort in dieser Woche noch Badespaß. „Am Sonntag, 9. September, ist auch bei uns das letzte Mal geöffnet“, sagt Bürgermeister Holger Gantke. In Tröbitz sei das Saisonende „immer flexibel“. Bei Tagestemperaturen über 20 Grad Celsius werde geöffnet. Noch hat das Wasser 21,5 Grad Celsius – dank Solarkraft. Schwimmmeister Armin Zöllner hat am vergangenen Donnerstag noch einmal mehr als 30 Badegäste begrüßen können.  Insgesamt war die Saison wegen des Super-Sommers weitaus besser als die 2017. „Wir haben bis jetzt knapp 14 000 Besucher, doppelt so viele wie im vorigen Jahr. 72 Kinder haben bei uns in diesem Sommer schwimmen gelernt. Das macht die DLRG, voriges Jahr waren es etwas über 30 Kinder. Die Kinder kommen wegen der familiären Beziehungen von überall her – aus Berlin, Stuttgart, Hessen, der Schweiz und Österreich“, berichtet Armin Zöllner. 140 Schwimmstufen inklusive Seepferdchen wurden abgenommen.

Für das Waldbad in Crinitz liegt die Saisonabrechnung noch nicht vor. Klar ist jedoch, dass sich der im Juli abzeichnende positive Trend auch im August fortgesetzt hat. Vereinsvorsitzender Harald Stolley: „Wir haben planmäßig am Freitag geschlossen. Da war aber auch schon Bademüdigkeit zu spüren. Jetzt gibt es für das Dorffest am Wochenende einige Vorbereitungen zu treffen.“ Nach der ersten vollen Saison unter Leitung des neuen Vorstandes geht es jetzt in Klausur, wie das Bad über die drei Sommermonate hinaus mehr Gäste anlocken kann.

Mit mehr als 18 000 Besuchern war die Saison 2018 „ein super Jahr für das Herzberger Freibad“, sagt Schwimmmeister Gerald Thäle. Dass das Nichtschwimmerbecken in der größten Hitzephase 30 Grad Wassertemperatur hatte, hat er in seiner langen Dienstzeit auch noch nicht erlebt. Besonders freut Thäle, dass viele Erwachsene ihre Liebe zum Freibad wieder entdeckt haben. Jetzt, wo die Ferien zu Ende sind und sich der Hochsommer verabschiedet, werden die Badegäste immer weniger. „Das Wasser hat morgens 19 Grad. Drei, vier Dauerschwimmer kommen noch, vor ein paar Wochen waren es 30 bis 40“, so Thäle. Auch nachmittags ist kaum noch etwas los. Wahrscheinlich wird das Bad schon zum Wochenende schließen. „Es lohnt nicht mehr“, sagt der Schwimmmeister. Und nennt noch einen weiteren Grund: Das Chlor ist aufgebraucht. Jetzt noch neue Flaschen anzuschließen, wäre einfach unwirtschaftlich.