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| 17:44 Uhr

Nach vielen Differenzen
Eine Ära in Plessa geht zu Ende

Gute Unterhaltung, beste Versorgung, hintersinniger Humor
Gute Unterhaltung, beste Versorgung, hintersinniger Humor FOTO: LR / Claudia Drews
Plessa. Die Spannungen rund um Plessas Elstermühle lassen den Kulturverein kapitulieren.

Die Ära der Mühlenfeste unter Leitung des Kulturvereins Plessa ist mit dem diesjährigen Fest zu Ende gegangen. Claudia Drews, die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, erinnert an bessere Zeiten.

Seit 1995 organisierten Plessaer Freiwillige in Etappen, zunächst unter Mitwirkung unter anderem des Fördervereins Naturpark und des Reit- und Fahrvereins Plessa, in den vergangenen zehn Jahren dann allein durch den Kulturverein dieses Fest. Nicht nur regional, sondern auch überregional fand das Mühlenfest immer große Beachtung, vielleicht gerade weil es ein kleines, unspektakuläres Fest war, das regionale Traditionen und Handwerk in den Vordergrund stellte.

Fester Bestandteil dabei waren Wolfgang und Christine Alkier, die in ihrem schier unerschöpflichen Fundus nach historischen Zeugnissen suchten und diese zeitgerecht in dazu gehörigen Trachten und mit den notwendigen Erklärungen versehen präsentierten. Zuletzt lieferten sich alljährlich Christine Alkier und Lothar Thieme, ebenfalls fester „Bestandteil“ des Mühlenfestes, ein Wortgefecht, wenn sie dem Publikum „Blessisch for Dich“ beibrachten.

Viele Besucher lockte stets der Reit- und Fahrverein, der den Gästen eindrucksvoll seine Vorführungen präsentierte. Gern hätte der Kulturverein den Plessaer Pferdefreunden auch in diesem Jahr Gelegenheit gegeben, seine Kunst zu zeigen. Leider hat der Kulturverein trotz mehrmaliger Nachfrage beim Vorsitzenden des Reit- und Fahrvereins keine Zusage erhalten. Glücklicherweise gelang es, mit Christin Schröder-Grahle vom Heinicke-Hof in Kahla eine gleichwertige Alternative zu finden. So zeigte der Reitverein Lindena und Umgebung erstmals seit etwa 60 Jahren in Plessa wieder ein Kranzreiten. 

Kleintierzüchter, Hörnchenfarm Richter und Schäfer Mathias Möckel mit seinen Schafen gehörten ebenfalls immer zum Mühlenfest. Die Esel von Silvio Wiesner begeisterten nicht nur die Kinder. Nicht zu vergessen die Mühlenmugger, die in jedem Jahr das Mühlenfest im wahrsten Sinne des Wortes ausklingen ließen. Die Sicherstellung der Technik und Versorgung wurde in all den Jahren hauptsächlich durch Mitglieder des PCC realisiert. Ohne die tatkräftige Unterstützung durch die Plessaer Karnevalisten wären die Veranstaltungen nicht möglich gewesen.

Nun hat der Vorstand des Kulturvereins nach reiflicher Überlegung entschieden, sich aus der Organisation des Mühlenfestes zurückzuziehen. „Wieviel Arbeit an der Vorbereitung so eines Festes hängt, sieht ein Außenstehender gar nicht“, sagt Claudia Drews. „Das Programm muss vorbereitet werden, attraktive Angebote organisiert werden und die erforderlichen amtlichen Genehmigungen eingeholt werden.“ Das könne man so lange „nebenbei“ machen, wie alles glatt läuft. Aber wenn dann erst langwierig Verhandlungen geführt und Differenzen aus dem Weg geräumt werden müssen, überfordere das auf Dauer. Sie spricht damit u.a. den Eigentümerwechsel des Mühlengeländes, den Wechsel in der Bewirtung der Gaststätte Mühlenschänke und die Differenzen zwischen Reit- und Fahrverein und dem Eigentümer des Geländes an. „Ein enormer Aufwand ist die Durchführung des Festes selber“, so Claudia Drews weiter. „Drei Tage lang holen wir alles Erforderliche zusammen, fahren unzählige Male zwischen Kulturhaus und Mühle hin und her, bringen Stände, Kühlschränke, Geschirr, Stühle, Grill, Dekorationen und was sonst noch benötigt wird, zur Mühle hin, bauen auf und bringen das nachher alles wieder zurück. Dazwischen sind wir den ganzen Tag zum Mühlenfest vor Ort, gestalten selbst einige Programmpunkte und sorgen dafür, das alles klappt.“ Mehr als 30 Helfer sind jedes Mal erforderlich, um Kuchentheke, Grill und Getränkewagen absichern zu können.

Allen genannten und ungenannten Helfern der vergangenen zehn Mühlenfeste, so Claudia Drews, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Der Kulturverein gehe nun zurück zu seinen Wurzeln und werde mit seinem bewährten Helferteam am 18. Mai 2019 ein Maifest am Kulturhaus durchführen. Es könnte der Neubeginn für ein zentrales Dorf- und Heimatfest werden.

… und Pferdesport gehörten immer zu den Mühlenfesten.
… und Pferdesport gehörten immer zu den Mühlenfesten. FOTO: LR / Claudia Drews
(red/fc)