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| 02:39 Uhr

Ein Schatz: der neue Heimatkalender

Matthias Arold vom Kreismuseum in Bad Liebenwerda: "Bei uns gibt es nur noch zehn Exemplare." Auch in der Tourismusinfo am Roßmarkt verkauft er sich ausgezeichnet.
Matthias Arold vom Kreismuseum in Bad Liebenwerda: "Bei uns gibt es nur noch zehn Exemplare." Auch in der Tourismusinfo am Roßmarkt verkauft er sich ausgezeichnet. FOTO: Mona Claus/mcl1
Bad Liebenwerda. In den Jahren 1874/75 wurde Elsterwerda an ein sich schnell entwickelndes Eisenbahnnetz angeschlossen. An zwei sich fast kreuzenden Strecken entstanden zwei Bahnhöfe, die die Entwicklung des bis dahin kleinen Ackerbürgerstädtchens doch entscheidend beeinflussen sollten. red/fc

Und wer wusste schon, dass vor 130 Jahren bei Hohenleipisch ein Goldschatz gefunden worden war? Auch interessant: Auf ihrer planmäßigen Neujahrswanderung ziehen die Neuburxdorfer neuerdings immer zur einstigen Försterei Güldenstern. Dorthin, wo einst Waldpflege und Jagd betrieben wurden. Dort hat es aber auch eine Fuchsfarm gegeben.

In Bad Liebenwerda kennen alle die einstige Kreuz-Drogerie. Sie war bis vor etwa 30 Jahren beliebter Anlaufpunkt von Bürgern beim Kauf notwendiger Drogerieartikel. Leider ist das Haus erst unlängst verschwunden - beim Aufbau des entstehenden Rösslparks. Gemäß der Lebensweisheit, dass Alter dem Neuen weichen müsse.

Wo man über all das und noch mehr ausführlich lesen kann? Im unlängst erschienenen neuen Heimatkalender für das Land zwischen Elbe und Elster. Er verkauft sich so gut, dass es an einigen Verkaufsstellen nur noch Restexemplare gibt. Der inzwischen pensionierte Lehrer Horst Paulick aus Elsterwerda hat für die RUNDSCHAU den Heimatkalender genauer durchgeblättert und gelesen. Die Nr. 61 enthält auf insgesamt 240 Seiten eine Fülle interessanten, für manchen Leser auch neuen Materials. Die Autoren sind gründlich zu Werke gegangen, haben zumeist zeitaufwendiges Quellenstudium betrieben. Entstanden ist so erneut ein umfangreiches Werk, das interessierte Heimatkundler, aber auch andere Leser erfreuen wird.

Wie die unmittelbar letzten Tage des Kriegsendes in und bei Bad Liebenwerda erlebt wurden, wie in Lauchhammer dem Hockey-Sport gefrönt wurde, wie man zum Landwirtschaftsexperten werden konnte und dass es, bezogen auf das einstige Lager Mühlberg, noch viele Beispiele echten stillen Heldentums gab. Sehr schön, dass all diesen Beiträge in der Regel eigenes Erleben zugrunde liegt. Ja, und die Beifügung vieler Fotos, die spricht für sich.

Bei anderen Artikeln waren um so mehr vorhandene Schriften oder Akten zu nutzen, um würdige, heimatkundliche Beiträge entstehen zu lassen. Besonderer Nebeneffekt dabei, dass ganze Bilder von längst Verstorbenen vermittelt werden können. Über Euphemia, deren Witwensitz Burg Liebenwerda war, die Polin Krasinka oder Ermelinde Schneider, beide zeitweilige Schlossherrinnen in Elsterwerda, lässt es sich leichter eindringen in die Probleme der jeweiligen Zeit. Das hilft wiederum, besser umgehen zu können mit unserem heutigen Dasein. Auch der Beitrag über Auswanderer von Elsterwerda kann und sollte in dieser Richtung gewertet werden.

Auffallend am Heimatkalender diesmal - erstmalig wurde auf eine Einteilung in bestimmte Themenbereiche verzichtet. Dafür wurden alle Beiträge chronologisch geordnet, sodass dem Leser auch eine leichtere zeitliche Einordnung möglich ist. Und zugegeben, im alten System der Zuordnung von Beiträgen wirkte manche Entscheidung irgendwie rätselhaft. Man muss halt auch mal neue Wege gehen. Insgesamt können wir uns freuen über ein neues Heimatkalender-Lesebuch. Über ein Werk, das uns die Heimat des Altkreises Bad Liebenwerda mit Mückenberger Ländchen, Ortrand am Schraden, Falkenberg und Uebigau noch lebens- und erlebenswerter werden lässt.

Übrigens: Auch Horst Paulick, der Autor dieser Zeilen, hat für den Heimatkalender einen informativen und amüsanten Beitrag zugleich verfasst. Er berichtet, wie er zum Lehrerberuf gekommen ist und wie sehr er ihn erfüllt hat.