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Ein Riesenfest für einen Handschlag

Zum 70. Jahrestag stellt der Verein militärhistorischer Rad- und Kettenfahrzeuge das erste Teffen in Torgau nach.
Zum 70. Jahrestag stellt der Verein militärhistorischer Rad- und Kettenfahrzeuge das erste Teffen in Torgau nach. FOTO: Frank Liebmann
Torgau. An diesem Wochenende erinnert ein mehrtägiges Festprogramm an den 70. Jahrestag der Begegnung amerikanischer und sowjetischer Truppen in Torgau. 18 internationale Bands werden zum Elbe Day erwartet und unterhalten mit Dixieland, Swing, Jazz, Blues und Rock. Anja Brautschek und Anja Hummel

Am 25. April 1945 trafen die amerikanischen und sowjetischen Truppen auf der zerstörten Elbbrücke bei Torgau aufeinander und besiegelten mit einem Handschlag symbolisch das Ende des Hitlerfaschismus. Durch ein Foto dieses Ereignisses erlangte Torgau weltweit Bekanntheit. Mit dem Elbe Day erinnert die Elbestadt Jahr für Jahr an dieses bedeutsame Ereignis. Zum 70. Jahrestag veranstalten die Organisatoren ein noch größeres Fest als üblich, gespickt mit vielen Besonderheiten. Nicht nur auf der Stadtseite, auch auf den Elbwiesen wird gefeiert. Sie setzen damit ein Zeichen für die Völkerverständigung.

Und genauso bunt, wie die Völker der Welt sind, wird auch der Elbe Day vom 24. bis 26. April in Torgau. Mit Live-Musik, Kabarett, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Zeitzeugenberichten und Sonderausstellungen wird der historische Handschlag gefeiert. Eröffnet wird das dreitägige Event am morgigen Freitag. Dabei werden auch der US-Botschafter John B. Emerson sowie sein russischer Amtskollege Vladimir M. Grinin erwartet. Auch der ehemalige russische Schachweltmeister Anatoly Karpow ist in Torgau zu Gast und präsentiert am Freitag ab 14 Uhr sein Können beim Simultanschach. "Das ist ein sehr interessanter Start in den Elbe Day", sagt Organisator René Vetter. Mit einem russischen Abend klingt der Freitag auf dem Gelände des Vereins "Militärhistorische Rad- und Kettenfahrzeuge Torgau" aus.

"Der Samstag steht ganz im Zeichen der Gedenkveranstaltung", so Vetter. Der russische sowie der amerikanische Botschafter werden am Vormittag eine Gedenkrede halten, ein Friedenslied vom Kinderchor rundet das Gedenken ab. Ein absoluter Höhepunkt ist die Nachstellung des weltberühmten "Handschlags von Torgau" am Samstag, ab 15 Uhr, an den Elbwiesen. Am Abend erwecken ab 22 Uhr bunte Laserstrahlen die Elbe zum Leben. In einer Multimedia-Lichtinstallation werden die Ereignisse des 25. April 1945 in moderner und neuartiger Weise nacherzählt. Szenische Darstellungen werden auf eine Leinwand projiziert, die zwischen zwei Militärfahrzeuge gespannt wird. Musik, gesprochene Texte und Pyroeffekte begleiten die Episoden. Im Anschluss wird ein Feuerwerk zum Finale das Elbufer erhellen.

Die Nachmittage am Samstag und Sonntag werden musikalisch. Jeweils ab 13 Uhr startet das internationale Musikprogramm. 18 Bands aus Deutschland, Russland, Polen und den Niederlanden werden Freunde des Jazz, Dixieland, Blues, Swing und Rock begeistern. Unter anderem ist das bekannte Alexandrow-Ensemble dabei, die gemeinsam mit Teilnehmern der russischen Ausgabe von "The Voice" die Bühne erobern werden. Auch das Menk-Jugendkonzert rockt zum Elbe Day die Bühne und bringt einen Überraschungsgast mit. Bereits am heutigen Donnerstagabend wird eine historische Autokolonne, die am Samstag in Moskau gestartet ist, erwartet. Die Fahrer der 15 Fahrzeuge sollen an der deutschen Grenze vom russischen Generalsekretariat in Empfang genommen und bis Torgau begleitet werden.

Weitere Informationen gibt es

www.elbeday.de