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| 02:53 Uhr

Ein Musikfest für die Augen

Ein Hingucker beim 44. Internationalen Musikfest: die Marioretten-Mädchen vom Blasorchester Nova Dubnica aus der Slowakai.
Ein Hingucker beim 44. Internationalen Musikfest: die Marioretten-Mädchen vom Blasorchester Nova Dubnica aus der Slowakai. FOTO: Veit Rösler
Hirschfeld. Mit einem farbenfrohen und instrumentengewaltigen Sonntagnachmittag haben die Hirschfelder Spielleute am Wochenende ihr 44. Internationales Musikfest zum Höhepunkt gebracht. Mehrere hundert Musiker unterhielten fast fünf Stunden lang die etwa 2000 Besucher auf den Rängen. Veit Rösler

Neben alten Bekannten unter den Formationen waren diesmal der Spielmannszug Radeberg in seinen farbenprächtigen historischen Kostümen und das Slowakische Blasorchester Nova Dubnica mit seinen Marioretten-Mädchen als Neulinge dabei. Neulinge in Hirschfeld nur deshalb, so Vereinschef Günther Müller, weil die Hirschfelder nach beiden Formationen schon lange die Netze ausgeworfen haben, ohne bisher Erfolg gehabt zu haben. Immerhin kommen die Radeberger in ihren Uniformen des Königlich Sächsischen Infanterie-Regimentes "Prinz Friedrich August" als amtierender Sächsischer Landesmeister und die Slowaken ebenfalls als Spitzenformation ihres Landes.

Der Stammgast, der Spielmannszug Oberlichtenau, kam ebenfalls mit Neulingen. Der Verein ließ seine Juniorband auflaufen, und das in einem neu einstudierten Programm für Kinder und Jugendliche, das in Hirschfeld erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde.

Kinder und Jugendliche spielten ebenso bei den Hirschfeldern eine große Rolle. Neben den erwachsenen Spielleuten des Veranstalters zeigten der Kinderspielmannszug und die Schultanzgruppe Hirschfeld ihre Programmpunkte. Aus den Reihen der Lokalmatadoren gestalteten daneben die Jagdhornbläser, der Schützenverein, die Trachtenträger des Heimatvereins und Solo- Trompeter Heiko Tschiesche den Programmablauf mit.

Schrille Farben und fast ebensolche Musik präsentierten die Gugge-Musiker aus Belgern. Im entgegengesetzten Kontrast zu ihren sächsischen Kollegen trat der Fanfarenzug Dresden dagegen in den klassischen Landesfarben grün- weiß, dafür aber in vielfacher Stückzahl auf. Der Fanfarenzug Dresden war schon neun Mal Sächsischer Landesmeister.

Die Fußball-EM hat in diesem Jahr beim Musikfest in Hirschfeld zu unvorhergesehenen Komplikationen geführt, denn deswegen gab es eine kurzfristige Absage vom Blasorchester Ruda Slonska aus Polen. Auch die Besucher übten am Freitag und Samstag, wegen dem Fußball, aber möglicherweise auch wegen der etwas kühlen nächtlichen Witterung, deutliche Zurückhaltung. "Die Fußball-EM hat uns in diesem Jahr einen deutlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hoffen, auf Grund der großen Resonanz am Sonntagnachmittag letztendlich finanziell eine schwarze Null schreiben zu können", rechnet Vereinschef Günther Müller vor. "Hätten wir nicht so viele freiwillige Helfer, nicht nur aus den Reihen des eigenen Vereins und auch Sponsoren, so könnten wir ein solches Fest nicht mehr bewerkstelligen", gibt er zu bedenken. Sportverein, Feuerwehr, Schule, Bürgermeister, Gemeinde, Amt, sie alle haben erheblichen Anteil am Gelingen eines so großen Festes. Etwa 250 bis 300 Freiwillige, so rechnet Müller vor, sorgen vor und hinter den Kulissen für das Gelingen des Festes.

"Was viele gar nicht wissen, wir müssen nicht nur für die An- und Abreise, sondern auch für die Unterbringung und Verpflegung einiger Musikformationen aufkommen", lässt der Vereinsvorsitzende durchblicken. Vom Heimat- und Seniorenverein bis hin zu helfenden Jugendlichen - "Ich weiß gar nicht, wie ich den allen danken kann", so Müller.

In historischen Kostümen lief der Spielmannszug Radeberg auf, der erstmals für das Musikfest gewonnen werden konnte.
In historischen Kostümen lief der Spielmannszug Radeberg auf, der erstmals für das Musikfest gewonnen werden konnte. FOTO: V. Rösler