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| 17:00 Uhr

Verpackungswahn – es geht auch anders
Mehrwegnetze statt Plastikmüll

Bald beim Edeka in Bad Liebenwerda zu haben: Anja Resanzew zeigt die Mehrwegnetze, die es im Fünferpack im Beutel mit Kordelzug geben soll.
Bald beim Edeka in Bad Liebenwerda zu haben: Anja Resanzew zeigt die Mehrwegnetze, die es im Fünferpack im Beutel mit Kordelzug geben soll. FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Der Verpackungsmüll in Lebensmittelketten ist immer noch groß. Aber: Es wird umgesteuert. Die RUNDSCHAU hat sich im Edeka-Markt in Bad Liebenwerda umgesehen. Von Frank Claus

Spüren Anja und Dimitri Resanzew, die den Edeka-Markt in Bad Liebenwerda führen, wenn es um den Verpackungsmüll geht, ein Umdenken bei den Kunden? Klare Antwort: Ja. Dabei seien es die Produzenten selbst, die es in einigen Bereichen immer noch übertreiben würden. Wenn zum Beispiel Kekse oder Waffeln vierfach eingepackt werden – drei oder vier Stück portionsweise noch einmal eingeschweißt sind.

Ihre Lieferungen, so schätzen sie ein, würden sie zum großen Teil sehr umweltbewusst erhalten. Vieles sei in Pappkisten verpackt und auf speziellen Transportbehältern gestapelt. Eine zusätzlich Banderole aus Plastikfolie gebe es eigentlich nur, wenn Waren lose liegen.

Deutlich umweltbewusster sei zum Beispiel die Anlieferung von Obst, Feinkost- und Tiefkühlware geworden. „Früher kamen da drei Autos. Heute ist es eins mit drei unterschiedlichen Kühlzonen“, sagt Dimitri Resanzew. Er beobachte auch, dass immer mehr Kunden mit Mehrwegbeuteln zum Einkaufen kommen. Bewusster werde mit den dünnen Knotenbeuteln am Obststand umgegangen. Wer nur geringe Mengen unterschiedlicher Obstsorten hole, nutze oft nur einen Beutel und packe dementsprechend getrennt die Ware aufs Fließband. Deutlich zugenommen habe die Akzeptanz der Pappkiste, die mehrfach genutzt werden kann.

„Und schon bald“, so Anja Resanzew, „soll es bei uns die Mehrwegnetze geben.“ In einem kleinen Beutel mit Kordelzug verpackt, werden dann fünf Stück zu haben sein. Sie sind wiederverwendbar, haben fünf Kilogramm Tragevermögen, sind waschbar und können sogar zur Lagerung im Kühlschrank verwendet werden. „Wir sind dabei, jetzt die Kassen dafür zu programmieren.“ Schon gewusst? Wer die kleinen Folientütchen fürs Einpacken von Obst und Gemüse nutzt, bekommt an der Kasse zwei Gramm der Ware automatisch abgezogen. Bei den Plastenetzen sind es etwas mehr.

Was sonst noch den größten Kunststoffmüll verursacht? „Blumen und Pflanzen“, sagt die Chefin und fügt an: „Aber eine bessere Lösung als jetzt in den speziellen Plasteschalen kann ich mir auch nicht vorstellen.“ Schließlich müssen Pflanzen vorsichtig transportiert und feucht gehalten werden, um ohne beschädigtes Blattwerk oder abgebrochene Blüten die Kunden anzusprechen. In einigen Fällen gebe es Einweg-Wasserbehälter, für bestimmte Sorten auch Mehrweggefäße.

Was beide Geschäftsleute oft mehr ärgert, ist das Verhalten einiger Kunden am Obst- und Gemüsestand. Da würde Obst nicht nur berührt, sondern stark gedrückt. „Mitunter sehen wir sogar die Fingernagelspuren in Pfirsich, Aprikose, Tomate und Co.“, sagt Anja Resanzew.

Besonders eklig für Kunden und Mitarbeiter sei es, wenn Früchte verkostet würden – eine Unsitte. Die Kerne landen dann einfach in der Auslage. „Wir sortieren ständig durch und entfernen beschädigtes Obst und Gemüse. Da ist der Verlust am größten.“ Weggeschmissen werde allerdings nichts. „Wir haben einen Landwirt, der das abholt“, heißt es weiter.

Leicht und bei Kunden immer beliebter – Dimitri Resanzew zeigt die praktische Pappkiste.
Leicht und bei Kunden immer beliebter – Dimitri Resanzew zeigt die praktische Pappkiste. FOTO: LR / Frank Claus
Ich kaufe regional 4c
Ich kaufe regional 4c FOTO: LR