Diese 40. "Spielzeit" steht demnach auch ganz im Zeichen dieses Jubiläums und der ersten brandenburgischen Landesausstellung in Doberlug-Kirchhain. Heiter, vergnüglich und mit ganz hoher Qualität boten Antoine Saad (Violine) und seine Ehefrau Susanne Kowal am Sonntag ein Konzert, das hochinteressant und den Zugaben aus der Violinliteratur gewidmet war.

Mit vorzugsweise bekannten Stücken, die größtenteils für Geige und Klavier von bedeutenden Virtuosen bearbeitet worden sind, gewannen die beiden Künstler sofort die Herzen der zahlreichen Zuhörer. Wenn Melodien von Elgar und Tschaikowski erklingen, Walzer und Ungarische Tänze von Brahms oder Sarasates Zigeunerweisen, dann ist das kein Wunder. Gebanntheit herrschte bei der geigerischen Qualität von Antoine Saad, der seinem Instrument Flageoletttöne zu entlocken wusste, dass man meinen konnte, es erklingen zwei oder drei Instrumente. Und das heikle Spiel auf der e-Saite ließ aufhorchen. Das Zusammenspiel der beiden ließ keine Wünsche offen; Kowal ist eine sehr gute Begleiterin.

Abgerundet wurde das Ganze mit wissenswerten und vergnüglichen Begebenheiten und Anekdoten aus der Musikwelt - köstlich Dvoraks Stehplatz - , der Beifall wollte kein Ende nehmen. Zugaben zur Zugabenmusik waren hinreißend: "Die Liebe vom Zigeuner stammt" und wieder Sarasate. Das war ein Frühsommernachmittag im Gartenparadies, den man nicht vergessen wird.

Mit der Kirchenweihe der durch Hans Peter Bethke und seinen Helfern restaurierten Kirche, die mit einem Konzert verbunden war, wurde die Tradition der Saxdorfer Sommerkonzerte begründet. Sie haben sich inmitten des Zaubergartens zu einem besonderen regionalen kulturellen Mittelpunkt zu DDR-Zeiten entwickelt und sind nach 1989 an Attraktivität weiter gewachsen.

Das nimmermüde Engagement von Pfarrer Zahn ist dabei nicht hoch genug einzuschätzen; das an ihn verliehene Bundesverdienstkreuz ist dabei ein äußerer Ausdruck der Würdigung gewesen. Das nächste Konzert im Saxdorfer Pfarrgarten ist am 4. Mai um 16 Uhr: "Oh lass Hoffnung dich beleben - Sachsen küsst Preußen". Mitwirkende sind Susanne Ehrhardt aus Berlin (Klarinette, Blockflöten) und Marlies Jacob aus Dresden (Klavier).