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| 02:37 Uhr

Dunkle Kapitel aus zwei Diktaturen

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Speziallagers am Hochkreuz.
Gedenkveranstaltung für die Opfer des Speziallagers am Hochkreuz. FOTO: bae1
Mühlberg. Unmittelbar nach der politischen Wende fanden sich ehemalige Insassen und Angehörige von bereits Verstorbenen des Speziallagers Nr. 1 NKWD/MWD und der damals ortsansässige Pfarrer Matthias Taatz zusammen, um dem Schweigen über das Kriegsgefangenen- und Speziallager ein Ende zu bereiten und diesen Ort zu einer Stätte des Erinnerns zu entwickeln.

Mit derzeit 326 Mitgliedern ist die Initiativgruppe Lager Mühlberg e.V. der größte Verein der Stadt. Durch seine herausragende Arbeit ist es gelungen, ein Kapitel der regionalen Geschichte aus zwei Diktaturen mit seiner internationalen Bedeutung wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

An Aktivitäten seien hervorgehoben: das jährlich im September stattfindende Mahn- und Gedenktreffen, zahlreiche Arbeitseinsätze und die Herausgabe von zum Teil mehrsprachigen Publikationen. Sie arbeiteten bei der Erstellung der Texte für die Stelen des Informationspfades im Lagergelände und bei den Inhalten der neuen Dauerausstellung zur Geschichte der beiden Lager im Museum Mühlberg mit.

Eine besondere Bedeutung ihrer Arbeit sahen die Mitglieder der Initiativgruppe in der akribischen Auswertung der Sterbelisten, war sie doch Grundlage für das Aufstellen von Gedenktafeln am Hochkreuz auf dem Gräberfeld, womit gewährleistet werden konnte, dass die Toten ihre Namen zurück bekamen.

Sehr am Herzen liegt dem Verein der Kontakt zur jüngeren Generation.

Das Besondere in der Zielstellung des Vereins ist das Sich-verantwortlich-fühlen sowohl für das Kriegsgefangenen- als auch das Speziallager.