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| 17:56 Uhr

Aus dem Amtsgericht Bad Liebenwerda
Drogenprozess gegen Syrer wird neu aufgerollt

 Alles beginnt von vorn gegen den Drogenhändler aus Herzberg, der in Berlin größere Mengen Haschisch gekauft und neben dem selbst angegebenen Eigenkonsum den Rest zu Hause verkauft hat.
Alles beginnt von vorn gegen den Drogenhändler aus Herzberg, der in Berlin größere Mengen Haschisch gekauft und neben dem selbst angegebenen Eigenkonsum den Rest zu Hause verkauft hat. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Bad Liebenwerda. Der vom Schöffengericht Bad Liebenwerda zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung verurteilte Drogenhändler (26) mit Wohnsitz in Herzberg strebt ein milderes Urteil an.

Der Anwalt des seit 2014 in Deutschland lebenden Kriegsflüchtlings aus Syrien hat am letztmöglichen Tag Rechtsmittel eingelegt, teilt das Amtsgericht auf Nachfrage mit. Damit wird der Fall vor dem Landgericht in Cottbus neu aufgerollt. Die Verteidigung hatte in dem Prozess auf maximal zwei Haft plädiert, weil dann eine Bewährungszeit ausgesprochen werden kann. Doch Staatsanwaltschaft und Gericht sahen Wiederholungs- und Fluchtgefahr. Da der Verurteilte seit Monaten in Cottbus in Untersuchungshaft sitzt, muss der neue Prozess binnen weniger Monate stattfinden, heißt es.

Den Zeitgewinn nutzen Kriminelle gern, um ihre Sozialprognose positiver zu beeinflussen. Dadurch versprechen sie sich ein milderes Urteil. Im Fall des Syrers könnte es jedoch nach hinten losgehen. Denn die Polizei ist auf der Spur weiterer möglicher Drogenfahrten des Syrers zwischen Berlin und Herzberg.

(mf)