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| 01:00 Uhr

Drei Treibjäger wurden im Bielerschen Forst angeschossen

Region.. Ein Lastkahn ging unter auf der Elbe in der Nähe von Kreinitz bei Mühlberg. Geladen hatte er Kohlen und scheinbar war der Kahnschiffer den neuen Strömungsbedingungen des Flusses an der sächsisch-preußischen Grenze nicht gewachsen.

Hier war die Elbe kurz zuvor ausgebaggert worden und die Strömung deswegen sehr stark.
In Mühlberg tagten die Stadtverordneten. Thema war der Bau einer Bahnanlage zwischen Mühlberg und Brottewitz. Für diese Teilstrecke stand zu diesem Zeitpunkt schon ein Fonds in Höhe von 20 000 Mark zur Verfügung. Außerdem verliefen die Verhandlungen mit der Zuckerfabrik Burxdorf recht günstig, weil man nun die Zuckerrübenbahn teilweise in das Projekt einbringen konnte. Nach einer lebhaften Debatte wurde ein erster Beschluss gefasst. Der für Mühlberg geplante Bahnhof sollte nicht in der Kröbelner Straße, sondern bei der Jürischen Mühle seinen Standort finden.
Nach der langen Sommerpause traf sich der Gewerbeverein aus Liebenwerda zur ersten Herbstsitzung im Norddeutschen Hof. Hauptthema waren die essbaren Pilze der Umgebung und in ganz Deutschland. Lehrer Hauptstein aus Friedersdorf hielt das Referat und er wies im Verlauf seiner Ausführungen auf die hier in Deutschland wachsenden 600 Pilzsorten hin.
In Elsterwerda ereignete sich in der Hauptstraße an der Ecke zur Fleischerei Geißler eine große Rohheit. In den frühen Abendstunden und bei lebhaftem Fußgängerverkehr rempelte ein etwa 20-jähriger Fabrikarbeiter einen älteren Herren an. Als dieser darüber vernehmlich seinen Unwillen bekundete schlug der Fabrikarbeiter dem weit Älteren mehrmals brutal ins Gesicht. Dann stieß er den nun wehrlosen Mann mit dem Kopf gegen ein Hausecke, so dass diesem das Blut heftig aus dem Kopf schoss. Der Rohling entkam in der dunklen Rathausstraße. Nach diesem Vorfall wurde im Kreisblatt, ähnlich wie in Dänemark, die Wiedereinführung der Prügelstrafe gefordert.
Die Fortschritte beim Bau der neuen Wasserleitungen in Elsterwerda wurden in diesen Tagen unübersehbar. Auch die Stadtschule sollte an dieses Wassernetz angeschlossen werden und dazu musste die Wasserleitung durch die Elster gelegt werden. Für die Fabrik Winter musste die neue Leidung durch den Eisenbahndamm der Linie Dresden-Berlin gelegt werden. In dem selben Arbeitsgang sollte dicht daneben die Schlosswasserleitung unter dem Eisenbahndamm hindurch geführt werden. Der neue Wasserturm war in diesen Monat schon auf eine Höhe von 18 Metern angewachsen. Daneben wurde auch das Elektrizitätswerk in der Stadt erweitert, weil viele neue Anschlüsse gelegt werden mussten.
Bei der Treibjagd im Bielerschen Forst bei Elsterwerda gab es einen Unfall. Zum Glück waren aber die Verletzungen der drei angeschossenen Treiber nicht gefährlich. Diese drei Männer waren als Treiber aus Dresden angereist und sie waren bei der ersten Drückjagd einfach zu schnell. Als sie bei der Großem Brücke aus dem Wald brachen, hielten zwei Jäger sie für aufgescheuchtes Wild und eröffneten voller Jagdfieber das Feuer. Reichlich dafür abgefunden mit materieller Unterstützung wurden sie von den zwei Unglücksschützen. Beide waren Ärzte und stammten aus Leipzig. (phe)