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Drei Mille: Amt Plessa im Baufieber

Plessa. Aufgepasst! Wer in diesen Tagen zwischen Schraden und Hohenleipisch, zwischen Plessa und Gorden-Staupitz, und damit im Amtsgebiet Plessa unterwegs ist, sollte auf der Hut sein: Gut möglich, dass Ihnen Menschen mit Stolz geschwellter Brust entgegenkommen. Denn Plessa entdeckt ein neues Gefühl: das Wir-Gefühl. Frank Claus

"Gemeinsam sind wir stark", einen Stempel mit dieser Aufschrift sollen fortan viele Aktivitäten im Amtsgebiet aufgedrückt bekommen.

Das neue Selbstbewusstsein möchten Amtsdirektor Göran Schrey, die Mitglieder der Verwaltung und des Amtsausschusses in die Orte tragen. "Denn das Amt Plessa hat was zu bieten", erklärte Ausschussvorsitzender Olaf Redlich anhand vieler Beispiele zu Beginn einer außergewöhnlichen Sitzung am Montagabend im Hohenleipischer Sportlerheim. Der Amtsausschuss tagte im erweiterten Personenkreis. Geladen waren alle Gemeindevertreter, die Kita- und Schulleiter, die Führungskräfte der Feuerwehren. Und es lag sicher nicht am belegten Brötchen und dem Einstandsbier, das der Amtsdirektor ausgab, dass der Saal gut gefüllt war. Das Interesse an der Entwicklung des Amtes ist groß.

Dass freilich gerade geklotzt und nicht gekleckert wird, kommt der neuen Euphorie entgegen. Gut drei Millionen Euro, gefördert von der EU, Bund, Land und mitunter Sponsoren, werden in Bauvorhaben im Amtsgebiet gesteckt. Das Kulturhaus Plessa ist wohl größtes, sichtbares Indiz dafür. 620 000 Euro sind für Dach, Entrauchung, Fenster und Fassade veranschlagt. Die Korrosionsschutzarbeiten am Gebälk sind beendet, die Deckenreinigung steht kurz vorm Abschluss. Respekt, der ist es, den die Zuhörer der Abendrunde dem VfB 1912 Hohenleipisch entgegenbrachten. Der Verein kann endlich die 523 000 Euro teure Aufstockung des Sportlerheims voranbringen und nimmt dabei selbst einen Batzen Geld in die Hand. Lutz Jakob vom Vereinsvorstand hat das Vorhaben via PowerPoint und Video präsentiert und dabei mehrfach betont, dass ohne die Hilfe der Sparkasse Elbe-Elster nichts losgehen würde.

Kurz und knapp stellte Bauamtsleiter Hans-Joachim Weinhold die Großinvestitionen am Mehrzweckgebäude des Schulstandortes Plessa (Gesamtkosten 665 000 Euro), am Dorfgemeinschaftshaus Schraden (452 000 Euro) und an der Bibliothek Hohenleipisch (550 000 Euro) vor und zog am Ende noch ein Ass aus dem Ärmel: Plessa hat zu Wochenbeginn noch einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 747 000 Euro erhalten, um Projekte der Elektromobilität umzusetzen. Damit soll eine öffentlich zugängliche E-Tankstelle an der Amtsverwaltung gebaut und in einigen Ortsteilen die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt werden. Auch Heizungsumbauten in Gorden und ein neues Dach für das Dorfgemeinschaftshaus in Staupitz sollen davon rausspringen.

Amtsdirektor Göran Schrey sichtlich stolz: "Ich denke, es kann keiner mehr sagen, bei uns tut sich nichts."