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Drei insolvente Firmen aus Finsterwalde, Bad Liebenwerda und Hohenbucko

Fast immer fallen den Insolvenzen Arbeitsplätze zum Opfer. Foto: dpa
Fast immer fallen den Insolvenzen Arbeitsplätze zum Opfer. Foto: dpa FOTO: dpa
Elbe-Elster-Kreis. Im Baugewerbe gab es landesweit mit 122 die meisten Konkursanmeldungen, ein Anteil von 19,4 Prozent. 15 Insolvenzverfahren wurden 2011 in Elbe-Elster eröffnet. Bei welchen Betrieben im Landkreis musste Insolvenz beantragt werden und warum? Die Rundschau hörte sich in der Branche um. Rüdiger Hofmann

Die Lewerenz Flachdach GmbH aus Finsterwalde musste am 24. März 2011 beim Amtsgericht Cottbus ein Insolvenzverfahren eröffnen. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Oliver Sietz aus Berlin bestimmt. Der kleine Handwerksbetrieb um Geschäftsführer Mirko Lewerenz war für die Installation und Fertigung von Flachdächern zuständig. "Als Nebengewerk haben die Unternehmensmitarbeiter auch Dachbegrünung angeboten", sagt Insolvenzverwalter Oliver Sietz.

"Der Hauptgrund für die beantragte Insolvenz war die mangelnde Liquidität aufgrund von Forderungsausfällen", erklärt der Rechtsanwalt. Auftraggeber hätten Leistungen der Lewerenz Flachdach GmbH nicht oder nur unvollständig bezahlt. So konnte Mirko Lewerenz auch seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. "Ein kleiner Handwerksbetrieb kann das auf Dauer nicht abfedern", meint Anwalt Sietz.

Ende 2010 arbeiteten noch fünf Mitarbeiter in der Firma, darunter die beiden Eheleute Lewerenz. Zur Eröffnung des Verfahrens im März 2011 mussten bereits alle Arbeitskräfte entlassen werden. Das Insolvenzverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Werklohnforderungen zwischen Bauherrn und Auftraggebern würden vor Gericht noch geprüft.

Am 29. Juni 2011 musste auch die D & D Baudienstleistungs GmbH aus Bad Liebenwerda die Konsequenzen aus ihrer Zahlungsunfähigkeit ziehen. Dr. Christian Heintze aus Chemnitz wurde zum Insolvenzverwalter ernannt. "Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und erbrachte vor allem Baudienstleistungen", sagt Antje Kaiser, Sachbearbeiterin des Insolvenzverwalters, beim Blick ins Gutachten zum Insolvenzantrag. "Trockenbau, Holz- und Bautenschutz, Rüst- und Putzarbeiten sowie Bedachungen gehörten zum Leistungsprofil der Firma", so Kaiser weiter. Maik Damasty, einer von zwei Geschäftsführern der Firma, stellte wegen Zahlungsunfähigkeit einen Eigenantrag auf Insolvenz. Zuvor musste er bereits sieben weitere gewerbliche Mitarbeiter als Dachdecker kündigen.

"In der Regel dauert ein Insolvenzverfahren drei bis fünf Jahre", erklärt Antje Kaiser. Berücksichtigt würden dabei Umsatzvolumen, Geschäftsanteile und ein möglicher Auslandsbezug. Einen Abschluss in diesem Verfahren vermute sie in anderthalb Jahren. Geprüft würden vor allem noch die letzten Zahlungen an die Gläubiger.

"Wenn alle Sicherheitsrechte bedient sind und von der Insolvenzmasse noch etwas übrig bleibt, werden die Reste prozentual je nach Forderung an die Gläubiger ausbezahlt."

Ebenfalls Insolvenz anmelden musste am 2. September des vergangenen Jahres die MSB Marketing-Service & Bildungsakademie GmbH aus Hohenbucko. Der Berliner Notar und Fachanwalt für Insolvenzrecht, Dr. Detlef Rüdiger Beckmann, wurde als Insolvenzverwalter eingesetzt. "Das Unternehmen bot Fortbildungsmaßnahmen und Umschulungen an", so Beckmann. 2010 waren noch zehn Mitarbeiter beschäftigt.