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| 01:28 Uhr

Doktorwürde für Ältesten berufstätigen Apotheker Deutschlands

Bad Liebenwerda. Pharmazierat Wolfgang Liebe, der älteste berufstätige Apotheker der Bundesrepublik, ist mit „Beschluss des wissenschaftlichen Beirates“ der Internationalen Universität Bischkek (Kirgisistan) mit dem Titel „Doctor honoris causa“ geehrt worden. Um die Würdigung des Bad Liebenwerdaer Ehrenbürgers hatte sich der Verein für Stadtmarketing und Wirtschaft Bad Liebenwerda seit 2007 bemüht. Gestern hat dessen Vorsitzender Wolfgang Eckelmann dem 92-Jährigen im Festsaal der ehemaligen Landratsvillen die Urkunde im Beisein zahlreicher Gäste überreicht. Von Frank Claus

In der Laudatio des Vereinsvorsitzenden wurde das Lebenswerk des Pharmazierates nochmals umfassend gewürdigt. Sein unermüdliches Engagement zum Wohle der Patienten und Kunden seiner Apotheke suche seinesgleichen. Tag und Nacht sei der Apotheker seit nunmehr 70 Jahren bereit, Hilfe zu geben, um Schmerzen lindern zu helfen. „Mancher Patient hat sein Leben Pharmazierat Liebe zu verdanken“, erklärte Eckelmann. Dabei habe er mehrere Gesellschaftssysteme durchlebt und sich zu DDR-Zeiten auch gegen die Verstaatlichung seiner Apotheke zur Wehr setzen können. Seine hohes fachliches Wissen, darunter auch ein zwölf Semester währendes Medizinstudium, und seine unermüdliche Einsatzbereitschaft seien 1972 mit dem Titel „Pharmazierat“ gewürdigt worden.

Seit 2007 habe sich der Verein für Stadtmarketing um den Ehrendoktortitel bemüht. Nachdem man mit dem Ansinnen bei den Landesregierungen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt nicht zum gewünschten Erfolg kam – dort verwies man auf die Hochschulgesetze, die vorsehen, dass mit der Ehrendoktorwürde „Personen gewürdigt werden, die sich besondere Verdienste um Wissenschaft, Technik, Kultur und Kunst erworben haben“, nahm der Verein später Kontakte zur Universität nach Leipzig auf. Das Institut für Pharmazie würdigte das hohe soziale Engagement von Wolfgang Liebe, erklärte aber: „Bei der Vergabe einer Ehrenpromotion sind in den Gutachten die besonderen Leistungen des zu Ehrenden in Forschung und Lehre ( ) herauszustellen.“ Für Verdienste im sozialen Bereich, so das Kultusministerium Sachsen-Anhalts, sei die „Verleihung der Ehrenpromotion nicht vorgesehen“. Über Kontakte nach Aachen und Polen fand man dennoch eine Universität, die bereit war, diesen Titel, den auch die Ärzteschaft Bad Liebenwerdas zuvor mit einer Unterschriftenerklärung guthieß, zu vergeben.

Peter Hans, stellvertretender Landrat, fragte angesichts der hohen Verdienste Wolfgang Liebes, „wer, wenn nicht Sie, hat diesen Titel verdient?“ Bürgermeister Thomas Richter verwies auf die Bürgerschaft, die schon immer meinen würde: „Ja, Herr Liebe ist unser Doktor.“ Pharmazierat Stephan Creuzburg aus Elsterwerda sprach vom hohen Ansehen des Berufskollegen, gratulierte „sehr, sehr herzlich“ und erklärte, dass Pharmazierat Liebe ein Apotheker sei, auf den man sehr stolz sei. „Er ist nun Doktor der Ehre wegen, und das hat er verdient“, so Creuzburg.

Dr. Benno Damm würdigte den Menschen Wolfgang Liebe und sagte angesichts der Tatsache, dass der Kurstädter im Volksmund ohnehin schon den Titel Doktor trage: „Das ist die größte Ehre, wenn Menschen das sagen.“ Pharmazierat Liebe ließ in einer kurzen Rede sein Leben Revue passieren und dankte allen Begleitern herzlich, die ihn im Laufe der Jahre unterstützt hätten.