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Digitaler Feldblock löst das Flurstück ab

Elbe-Elster-Kreis.. Noch bis Mitte August haben die Landwirte in der Region Zeit, die von ihnen bewirtschafteten Schläge so genannten Feldblöcken des neuen digitalisierten Flächenindentifizierungssystem in Brandenburg zuzuordnen. Karsten Bär

Entsprechend den Festlegungen der EU wird ab 2005 in Brandenburg die digitale Feldblockkarte als Flächenreferenzsystem bei der Beantragung von Fördermitteln für bestellte oder stillgelegte Flächen maßgeblich sein. Alle Landwirte, auch Nebenerwerbslandwirte, müssen ihre Schläge der digitalen Feldblockkarte zuordnen, wenn sie weiterhin Fördermittel beantragen wollen. Im kommenden Jahr soll das neue System zunächst probeweise laufen.

Flächen identifizieren
Um die zahlreichen verschiedenen Fördermöglichkeiten, die sich auf die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen beziehen, nutzen zu können, ist es notwendig, die jeweilige Fläche eindeutig zu identifizieren und die Art der Nutzung anzugeben. "Bisher musste angegeben werden, in welcher Gemarkung, welcher Flur und welchem Flurstück der jeweilige Schlag liegt, für den Förderung beantragt wurde", erklärt Karola Lemm, Sachgebietsleiterin Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem im Landwirtschaftsamt der Kreisverwaltung. "Die Daten wurden dann mit dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) abgeglichen." So habe man nachvollzogen, ob der Schlag tatsächlich existiert oder ob für einen Schlag mehrfach Förderung beantragt wurde.
Diese Form der Flächenidentifizierung über das ALB soll es nach dem Willen der zuständigen Stellen bei der EU nun nicht mehr geben. Nach der bisherigen Methode war es nicht immer möglich, den beantragten Schlag bezüglich seiner Größe und Lage zu identifizieren. Auch die notwendige Vermessung der gesamten Antragsfläche (rund 25000 Hektar im Landkreis Elbe-Elster) war nicht möglich. Diese Mängel sollen durch das digitalisierte Flächenreferenzsystem ausgeschlossen werden.

Daten an das Wirtschaftsamt
Für Landwirte bedeutet das, ihre Daten mithilfe einer speziellen Software zu erfassen und an das Landwirtschaftsamt weiterzuleiten. "Große Agrarbetriebe werden damit sicher keine Probleme haben, da diese oft ohnehin schon ihre Flächen digital erfasst haben", glaubt Karola Lemm. Schwieriger sehe es für manche Nebenerwerbslandwirte aus, für die der Vorgang zunächst komplettes Neuland bedeute. "Zugang zu einem Computer zu haben, ist mit dem neuen System unabdingbar", fügt die Sachgebietsleiterin hinzu. Auch das sei noch nicht bei jedem Landwirt der Fall.
Ob das Flächenreferenzsystem besser oder schlechter als die bisherige Methode sei, könne man vorerst nicht beurteilen, meint Karola Lemm. "Die Erfahrung fehlt noch", so die Mitarbeiterin des Landwirtschaftsamts. Wahrscheinlich sei aber, dass das System noch verfeinert werden müsse, da durchaus noch nicht alle Flächen optimal in die Feldblockkarte aufgenommen seien. Um entsprechende Korrekturen rechtzeitig und ohne Probleme einarbeiten zu können, sollten sich die Landwirte nicht erst kurz vor Torschluss mit dem neuen System beschäftigen. Zwar wurde der Termin für die Datenerfassung - auf Druck der Landwirte und ihrer Verbände - vom 15. Mai auf den 15. August verschoben. Für das Landwirtschaftsamt steht allerdings noch der alte Termin: Am 30. August müssen die Daten an das Land weitergeleitet werden.
Etwa 10 Prozent der Landwirte haben ihre Daten bereits dem Landwirtschaftsamt gemeldet. Auf viel Gegenliebe scheint das neue System aber nicht zu stoßen. Unnötige Arbeit verursache die Umstellung, so der Geschäftsführer eines Agrarbetriebs. "Da muss mit viel Aufwand etwas erledigt werden, was viel einfacher zu machen wäre."