| 02:38 Uhr

Dieser andere Blick würde Luther gefallen

Das ist gewollt: Die nicht alltäglichen Kirchenfotos aus Elbe-Elster sollen in der Kleinen Galerie in Elsterwerda zur Diskussion anregen – so wie es hier der Fotograf Burkhard Schade (l.) und Stephan Creutzburg tun.
Das ist gewollt: Die nicht alltäglichen Kirchenfotos aus Elbe-Elster sollen in der Kleinen Galerie in Elsterwerda zur Diskussion anregen – so wie es hier der Fotograf Burkhard Schade (l.) und Stephan Creutzburg tun. FOTO: Manfred Feller
Elsterwerda. In dieses eine Bild scheinen Petra und Burkhard Schade aus Radeburg die komplette Glaubensrevolution hineinbelichtet zu haben: Der Reformator Martin Luther schaut gen Himmel. Dunkle Wolken verdichten sich über seinem Haupt. Manfred Feller

Es braut sich Unheil zusammen. Jeden Moment schlägt das Donnerwetter zu. Doch der Reformator weicht keinen Schritt zurück. Vielmehr stellt er sich dem scheinbar Übermächtigen. Und siegt, wie wir 500 Jahre nach dem Thesenanschlag zu Wittenberg wissen.

Dies ist nur eines von insgesamt 32 Schwarz-Weiß-Bildern, das die freie Malerin und Grafikerin Petra Schade und ihr Mann, der Fotograf Burkhard Schade, "nach harten Kämpfen" des Aussortierens für die neue Elsterwerdaer Ausstellung in der Kleinen Galerie "Hans Nadler" ausgewählt haben. Besagtes Luther-Motiv ist in Bad Liebenwerda entstanden. Selbst Ortskundige müssen bei jedem Foto oft zweimal hinschauen, um zu erraten, wo die Fotokünstler in Elbe-Elster auf Motivsuche gewesen sind. Es ist der besondere Blickwinkel, den kaum ein Kirchenbetrachter und -besucher sofort findet.

Diese Ausstellung ist auf Wunsch der Elsterwerdaer Kunstfreunde entstanden. "Es ist das erste Mal, dass die Galerie einen Auftrag an Künstler vergeben hat, sich mit einem Thema zu beschäftigten", klärt Stephan Creutzburg vom Galeriebeirat auf. "Spurensuche - Reformation im Elbe-Elster-Kreis" ist der große Rahmen. Für Petra und Burkhard Schade war dies jedoch nur die alles zusammenhaltende Klammer für ihre Motive. Sie haben auch keineswegs jene Orte stur auf den Kameraspeicher gebannt, die in irgendeiner Weise etwas mit der Reformation zu tun haben. Aber aus vielen Motiven kann man den Umbruch herauslesen.

Die ausgestellten Bilder unter anderem aus Uebigau, Herzberg, Mühlberg, Ahlsdorf, Arenzhain, Doberlug-Kirchhain, Saxdorf und Lugau und die rund 5000 anderen "eingesammelten" besonderen Ansichten hätten durchaus das Potenzial für einen speziellen Foto-Text-Bildband nur über Elbe-Elster. "Wenn sich dafür ein Verlag findet", ist Burkhard Schade offen.

Der Nachname ist in der Kleinen Galerie geläufig. Die Malerin Petra Schade (55) hat bereits in Elsterwerda ausgestellt. Wer sie wiedersehen und auch ihren Mann befragen möchte, der hat dazu beim nächsten Galeriegespräch Gelegenheit. Dieses wird am 29. September stattfinden und um 19 Uhr beginnen. Die Ausstellung ist bis zum 12. November zu sehen.