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| 01:00 Uhr

Diesel wird teurer, Erzeugerpreise sinken

Finsterwalde.. Steigende Energiekosten und sinkende Aufkaufpreise sind die Kernprobleme, mit denen sich die Landwirte gegenwärtig herumschlagen. Hinzu kommt die ein oder andere bürokratische Hürde, die genommen werden muss. Darüber unterhielten sich Landwirte vorgestern mit Landrat Klaus Richter in Sorno und Lindena. Von Bernd Töpfer

Einmal im Jahr geht die Kreisverwaltung mit Landrat Klaus Richter und Kreisentwicklungschef Eberhard Stroisch an der Spitze auf Tour, um mit Landwirten zu sprechen. Vorgestern hatte der Bauernverband Niederlausitz-Spreewald, der für den Altkreis Finsterwalde zuständig ist, die Landwirtschafts GbR in Sorno und die Agrargenossenschaft in Lindena als Beratungsorte ausgewählt.
Über 1050 Tiere, darunter Mutterkühe und Bullen, zählt die GbR in Sorno, die neun Mitarbeiter beschäftigt. „Vor allem die hohen Dieselpreise drücken mächtig auf die Ertragslage“ , erklärte Christoph Radlach. Rund 80 000 Liter verbrauche die GbR jährlich und die Preise steigen nahezu ins Unermessliche. Hinzu komme der relativ niedrige Aufkaufpreis für Fleisch. Er liegt gegenwärtig zwischen 2,80 Euro und 2,90 Euro. „Um kostendeckend zu arbeiten, müsste er um rund 50 Cent höher liegen“ , erklärte Radlach.
Ins gleiche Horn stieß auch Günter Ketzmarick, Vorstandsvorsitzender des Agrarverbundes Goßmar. Zwar habe der Fleischaufkaufpreis in diesem Jahre kurzzeitig höher gelegen, doch gegenwärtig sei er niedrig. Und eine Auswirkung der Angst vor der Vogelgrippe sei beim Absatz von Rindfleisch bisher nicht zu merken, ergänzte Günter Ketzmarick. Was gegenwärtig die Milcherzeuger sehr stark belaste, ist der niedrige Milchaufkaufpreis. Er liege bei 25,87 Cent pro Liter. Kostendeckend wären etwa 28 bis 30 Cent, rechnete er vor.
Dennoch lassen sich die Landwirte nicht entmutigen, was Landrat Richter übrigens ausdrücklich lobte. So hat die Agrargenossenschaft Lindena in einen modernen Rinderstall investiert. „Wir wollen auch weiterhin Landwirtschaft betreiben“ , bekräftigte deshalb Christian Ott, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Lindena. Er bemängelte, dass beispielsweise für Naturschutzprojekte Geld da sei, so für das Anlegen der sieben historischen Flussschleifen der Kleinen Elster. Wenn dagegen nach einem Starkregen die Schöpfwerke angeschaltet werden sollen, um ein Vernässen der Wiesen zu verhindern, dauere es zu lange, bis eine Entscheidung getroffen werde, weil erst geklärt werden müsse, wer das bezahlt. Und wenn dann endlich die Schöpfwerke angeschaltet werden, stünden die Wiesen längst unter Wasser.
So gesehen brachte der große Tisch, an dem Landwirte und Vertreter der Kommunen saßen, alle einen Schritt nach vorn: Die Probleme werden beim Namen genannt. So warb Frank Neczkiewicz vom Bauernverband Niederlausitz für ein besseres Miteinander von Landwirten und Kommunen. „Da werden wir einfach vor die Tatsache gestellt, dass zwei Brücken gesperrt werden, so dass ich mit meinen Geräten einen fünf Kilometer langen Umweg nehmen muss“ , erklärte er. Besser sei es, offen miteinander umzugehen.
Wie es denn im Bereich Finsterwalde mit ABM und MAE-Maßnahmen für den ländlichen Bereich Aussehe, wollte deshalb gleich ein Landwirt wissen. Hier motivierte Klaus Richter den Bauernverband: Sofort nachhaken, Mittel dafür stünden dafür noch in diesem Jahr bereit, so Klaus Richter.