Hier hatte sich die Gemeinde nämlich gegen die Aufstellung von Windkraftanlagen der Cottbuser Prometheus GmbH gewehrt, die die Aufstellung von drei Windkraftanlagen im so genannten Eignungsgebiet W 46 beantragt hatte, davon zwei auf der Saathainer Gemarkung und eine auf Elsterwerdaer Gebiet.
Was hatten die Röderländer gemacht? Sie begrenzten die zulässige Höhe der Windkraftanlagen auf 112 Meter - beantragt hatte Prometheus ursprünglich Anlagen mit einer Höhe von 150 Metern. Doch die Cottbuser Windmüller stellten sich auf die neue Situation schnell ein - und beantragten nun beim Landesumweltamt die Aufstellung von entsprechend kleineren Anlagen, die über eine Nabenhöhe von 86 Metern und einen Rotordurchmesser von 52 Metern verfügen. Damit liegen sie genau in der von der Gemeinde Röderland beschlossenen zulässigen Gesamthöhe von 112 Metern. „Jetzt können wir das gemeindliche Einvernehmen nicht mehr versagen. Die Windkraftanlagen sollen noch in diesem Jahr gebaut werden“ , konstatiert Günter Heller, Bauamtsleiter der Gemeinde Röderland. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Windkraftanlagen in der Gemeinde Röderland auf 14. Bereits zwölf sind gegenwärtig in Betrieb - je drei auf den Gemarkungen von Haida, Wainsdorf, Prösen und Saathain.
Damit noch nicht genug der neuen Windmühlen. Auch entlang der Straße zwischen Stolzenhain und Kotschka soll auf der Elsterwerdaer Gemarkung eine Windfarm mit vier 150 Meter hohen Windkraftanlagen mit je zwei Megawatt entstehen. „Sie sollen im Frühjahr gebaut werden“ , so der Elsterwerdaer Bauamtsleiter, Uwe Schaefer, auf Nachfrage. Eine entsprechende Bekanntmachung über die Genehmigung dieses Vorhabens der Meißener Firma Umweltgerechte Kraftanlagen Standortentwicklung (UKA) wurde dieser Tage durch das Landesumweltamt in der RUNDSCHAU veröffentlicht. Dagegen, so Uwe Schaefer, könne man Einwände vorbringen, wenn sie denn begründet sind. Bereits in Betrieb auf Elsterwerdaer Land sind drei Anlagen bei Kotschka und eine an der B 101 in Richtung Bad Liebenwerda.
Auch in Möglenz hat die UKA Meißen auf dem hier ausgewiesenen Windeignungsgebiet W 44 fünf Anlagen genehmigt bekommen. Sie werden derzeit errichtet - 150 Meter hoch und je zwei Megawatt Leistung. Im Vorfeld fand dazu im Februar dieses Jahres im Ort erstmals im Landkreis Elbe-Elster ein Erörterungstermin zu einem immissionsschutzrechtlichen Verfahren (BImsch) durch das Landesumweltamt statt (die RUNDSCHAU berichtete).
Ein weiterer Erörterungstermin betraf das Gebiet W 43, das die Gemarkungen Martinskirchen, Brottewitz und Neuburxdorf sowie zu rund 20 Prozent Langenrieth betrifft. Auch hier baut derzeit die UKA. Es geht um sieben Windmühlen mit einer Höhe von je 150 Metern und einer Leistung von zwei Megawatt. Bereits in Betrieb sind in der Mühlberger Region 16 bei Koßdorf und je vier in der Martinskirchener Heide und in den Gemarkungen Fichtenberg und Altenau.
Im Bereich Uebigau haben die Meißener Windmüller zehn weitere Anlagen genehmigt bekommen, wie die RUNDSCHAU gestern auf Nachfrage vom UKA-Geschäftsführer, Gernot Gauglitz, erfuhr. Hier läuft derzeit der Wegebau zu den acht künftigen 1,5 MW-Anlagen und zwei 2 MW-Anlagen mit jeweils einer Höhe von 150 Metern. „In den nächsten Tagen werden wir die Anlagen errichten.“
Auf dem Territorium von Bad Liebenwerda sind derzeit drei Windkraftanlagen bei Burxdorf und Langenrieth sowie fünf bei Lausitz und vier bei Möglenz in Betrieb.
Zählt man alle neuen genehmigten Anlagen zusammen, so wird unsere Region bald 29 weitere Windkraftanlagen erhalten zuzüglich zu den sich bereits drehenden 52 Windmühlen in den Kommunen Röderland, Bad Liebenwerda, Elsterwerda und Mühlberg.