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Die Welt etwas besser machen

Viel Beifall gab es für die Musik und die vielen emotionalen Momente beim Benefizkonzert für das Mission Lifeline-Projekt.
Viel Beifall gab es für die Musik und die vielen emotionalen Momente beim Benefizkonzert für das Mission Lifeline-Projekt. FOTO: Veit Rösler/vrs1
Elsterwerda. Musiker aus dem Land- kreis Elbe-Elster gaben Benefizkonzert zur Unter- stützung der Aktion Mission Lifeline. 1500 Euro kamen zusammen. Veit Rösler / vrs1

Ein voll besetztes Stadthaus in Elsterwerda und etwa 1500 Euro Spendengelder, das sind die Ergebnisse des Benefizkonzertes in der Nacht zum Sonntag. Das nahezu dreistündige Konzert wurde gestaltet durch aktive und ehemalige Schüler, Ensembles und Musikschullehrer der Kreismusikschule "Gebrüder Graun" aus Elsterwerda, Bad Liebenwerda, Finsterwalde und Herzberg. Daneben waren auch Gastinterpreten zu hören. Vor und während der Pausen und nach dem Konzert wurden im Foyer leckere arabische Speisen angeboten. "Es ist überwältigend zu sehen, dass so viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind, um heute Abend das Konzert zu besuchen, das für einen guten Zweck gespielt wird. Uns haben viele Schüler, viele Eltern und Großeltern wunderbar unterstützt. Mit dem Konzert wollen wir der Aktion Mission Lifeline Dresden helfen, damit im Mittelmeer nicht mehr so viele Menschen sterben müssen", meinte Musikschullehrer Steven Demmel auf offener Bühne. Vor einem halben Jahr sei er bei einem Konzert der Hochschule für Musik in Dresden darauf aufmerksam geworden. "So dachte ich: Das müssen wir auch machen", so Demmel. "Man ist in der heutigen Zeit so hilflos. Man weiß nicht, was man tun kann und wie man was verändern kann. Man weiß nicht, wie man helfen soll. Vielleicht haben wir hier eine kleine Möglichkeit gefunden, damit das Elend dieser Welt etwas weniger wird. Dass vielleicht die Sonne für ein paar Menschen etwas länger scheint", erklärte Steven Demmel seine Beweggründe.

Gemeinsam mit seiner Frau Susann, den Musikschullehrern Michael Spieker und Johannes Weber sowie dem Freiraum e.V. hat er dieses Konzert organisiert. Von Klassik bis Jazz waren Pop und viele weitere Melodien der Weltmusik zu hören. Mit dabei waren der Popchor, das Vocal Harmony Project "Future Voices", das Streicherensemble, Juke (Julian & Konrad), mehrere Klavierbeiträge, Lehrersonderprojekte und zahlreiche "Jugend musiziert"-Teilnehmer, vor allem Delegierte zum Landeswettbewerb.

Techniker Sascha Pietsch und seine Kollegin Dorit aus Dresden berichteten vom gegenwärtigen Stand ihres Mission-Lifeline-Projektes. Das Vereinsziel sei das Sammeln von Spenden, um ein eigenes Schiff zu kaufen. Damit wolle man auf das Mittelmeer fahren, um zwischen den Küsten von Libyen und Italien Menschen aus Seenot zu retten. So wolle man flüchtende Menschen vor dem Tod durch Ertrinken bewahren, sagten sie. Das Projekt sei 2015 geboren worden, als man auf der Balkanroute Erfahrungen mit Einzelschicksalen von Menschen machen musste. Den Verein Mission Lifeline gebe es seit 2016. Mittlerweile konnte Geld für ein eigenes Schiff zusammengetragen werden. Der Vorvertrag für den Kauf sei bereits abgeschlossen. In den nächsten Tagen werden ein Schiffsbauingenieur und zwei Techniker auf die Färöer Inseln fahren, um das Schiff zu begutachten. Wenn alles gut ist, soll es nach Hamburg geholt und modifiziert werden. Danach wird das Schiff bis etwa Juli in das Mittelmeer verlegt, um die ersten Rettungsmissionen zwischen der libyschen und italienischen Küste zu starten. "Es sieht nicht so aus, als ob zeitnah eine politische Lösung im zentralen Mittelmeerraum zu erwarten ist. Wir möchten etwas unternehmen, damit sich die Bilder von 2016 nicht wiederholen", so Sascha Pietsch. "Das war ein gigantisches Konzertprojekt für uns, mit so vielen Teilnehmern und einer so langen Konzertdauer. Wir werden aber aus humanitären Gründen heraus eines Tages sicherlich wieder so ein Projekt auf die Beine stellen", so Musikschullehrer und Organisator Steven Demmel nach dem Konzert.

Das Stadthaus Elsterwerda war zum Konzert sehr gut besucht.
Das Stadthaus Elsterwerda war zum Konzert sehr gut besucht. FOTO: vrs1