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| 10:42 Uhr

Die Weihnachtsgeschichte mal ganz anders aufgeführt

Mühlberg. Geschafft. Erleichterung und Freude macht sich am Sonntagabend bei Chorleiter Stefan Jänke breit. Eine kurze, aber dafür umso anstrengendere Zeit der Proben ist zu Ende. In nur sechs Wochen hat er mit 40 Kindern des evangelischen Kinderchores und dem Chor der Grundschule das Kindermusical "Du Kind in der Krippe" aus eigenen Texten und aus der Feder von Kerstin Höpner-Miech einstudiert. Seine Uraufführung erlebte das Stück als Teil des Weihnachtskonzertes am dritten Advent. Und das vor proppevollen Kirchenrängen. Von Bettina Broneske

Sonntag gegen 17 Uhr: Wenige Minuten vor der Aufführung trommelt Stefan Jänke seine kleinen Akteure zum Auftritt zusammen, gibt noch einmal letzte Anweisungen. Er zeigt sich dabei relativ ruhig. Doch in seinem Inneren sieht es ganz anders aus. "Ja, ich bin aufgeregt, das darf ich aber den Kinder nicht zeigen", gibt er ehrlich zu. Später sieht man ihn nervös auf seinem Stuhl vor dem Klavier herumzappeln. Bevor es zur Uraufführung kommt, lassen der Posaunenchor, das Instrumental-Orchester und der Chor der Kantorei weihnachtliche Weisen erklingen. Und schon wird es ernst. Die Kinder nehmen Aufstellung, eine ungewohnte Erzählweise der Weihnachtsgeschichte beginnt. Der Engel, gesungen von Anika Winkler, erscheint vor Josef und Maria, verkündet die Geburt Jesu. Er singt von all der Freude, die das Kind bringen wird, aber auch vom "Ärger, der prompt kommt". Doch Marie und Josef – Sophie Bayer und Jonas Höpner – stehen dem Ganzen eher gelassen gegenüber. "Nun bleibt auf dem Teppich, das kriegen wir schon klar", singen die beiden und bitten den Engel, sie endlich alleine zu lassen. Ebenso gelassen zeigen sie sich, als beide von der Volkszählung hören: "Da wurde in Rom sich ja was Tolles erdacht." Von seiner witzigen Seite zeigt sich das Musical an jener Stelle, an der Josef schrecklich mit seinem störrischen Esel schimpft. Das Tier macht die Reise nach Bethlehem nicht etwa einfacher. Mit Textpassagen wie "Darf ich dich bitten...", "Magst du lieber ’nen Schluck kühles Nass" oder "...darf ich dir beim Schleppen helfen" , regt das Musical zum Schmunzeln an. Erst nachdem Josef droht: "Du landest demnächst in der Wurst", lässt sich das Tier erweichen. Und schließlich ist da die Suche nach einer Herberge. Sophie Müller, in der Rolle des Wirtes singt: "..ojemine, das wird noch heiter...". In den darauffolgenden Szenen wird es laut und beschwingt. Mit einem kräftigem "Hallo" kommen die Hirten übers Feld, die Musikanten zum Feste und die drei Weisen, diesmal in Gestalt von armen Forschern, zum Kinde in den Stall. Musikalisch untermalt wird das Musical von Camilla Schmidt und Astrid Withulz an der Violine, Susanne Jänke am Cello und Christine Bayer und Anne Katrin Lüdecke an den Flöten. Die Kantorei unterstützt den Chor der Engel. Herzerfrischend und dann wieder beschaulich kommt das Stück daher, erntet schließlich tosenden Beifall vom Publikum. Die wochenlangen Anstrengungen der Kinder und die Bemühungen der Musiker und der Kantorei haben sich gelohnt. Und nicht selten wird beim Verlassen der Kirche den fast 60 Akteuren ein "Es war super!" zugehaucht. Im kommenden Jahr wird das Stück eine Steigerung erfahren. Dann soll zum Gesang auch noch ein szenisches Schauspiel hinzukommen. Service Am ersten Feiertag Wer das Stück noch nicht gesehen hat: Am 25. Dezember wird das Musical als Teil des Gottesdienstes, der um 10 Uhr in der Mühlberger Frauenkirche beginnt, aufgeführt.