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| 01:32 Uhr

Die Tarnung ist längst aufgeflogen – und das ist gut so

Teltow-Fläming. Von Jüterbog und Kloster Zinna einmal abgesehen, war der Teltow-Fläming-Kreis ähnlich wie Elbe-Elster touristisch betrachtet eher Niemandsland. War! Denn die Fläming-Skate hat die Region deutschlandweit und inzwischen sogar in ganz Europa bekannter gemacht. fc

Dabei begann 1995 alles getarnt. Als Landrat Peer Giesecke (SPD) und einige enge Mitstreiter die Idee hatten, den ländlichen Raum mit einer drei Meter breiten Spezial-Asphaltpiste zu durchziehen und so Skater anzulocken, hat er mehr als einmal besagten Zeigefinger an der Stirn zu sehen bekommen.

Als Radweg-Projekt getarnt, ließen die Macher nicht locker. Im Januar 2001 wurde einem Paukenschlag gleich auf der Grünen Woche in Berlin das Geheimnis gelüftet, drei Monate später der erste Rundkurs höchstpersönlich vom damaligen Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD) übergeben. Und die Idee von den touristischen Glücksbringern auf acht Rollen war nicht mehr aufzuhalten. Gut 20 Millionen Euro sind investiert worden, sechs Rundkurse gibt es inzwischen. Wirte in Gaststätten lächeln zufrieden, in einstigen landwirtschaftlichen Gehöften finden sich Pensionen wieder, erwerbslos gewordene Menschen sichern sich mehr und mehr mit touristischen Angeboten ein Stück ihres Lebensunterhaltes.

Und dennoch mosern Kritiker. Etwa eine halbe Millionen Euro kostet der Unterhalt jährlich. Regelmäßige Einnahmen gibt es nicht, da aus organisatorischen Gründen kein Eintritt genommen werden kann. Wo an der Strecke sollte man schon die Kassenhäuschen aufbauen?

Doch die Befürworter überwiegen. Und die Zahlen scheinen ihnen recht zu geben. Knapp 1,1 Millionen Übernachtungen mit einer Aufenthaltsdauer von 2,6 Tagen hat es 2009 nach Angaben von Eric Scheidler, Geschäftsführer der Fläming-Skate GmbH, gegeben. Im Landkreis operiert man darüber hinaus mit der Zahl von 2,5 Millionen Tagesgästen jährlich. Gewerbe- und Lohnsteuereinnahmen würden so die Aufwendungen aufwiegen, heißt es. fc