Es gibt einen schöneren Anblick als die radikal zurückgeschnittenen Bäume in der Elsterwerdaer August-Bebel-Straße unweit des Bahnhofes. Völlig nackt ragt eine Reihe verkrüppelter Stämme zwischen Straßenrand und Gehweg in die Höhe. Dies sollen einst stattliche Linden gewesen sein. Kaum jemand kann sich mit derart einschneidenden Pflegemaßnahmen anfreunden.

Auch nicht Bürgermeisterin Anja Heinrich. „Seit Jahren bedrückt mich dieser massive Eingriff“, sagt sie. Aber es müsse bei aller Emotionalität und Kritik darauf hingewiesen werden, dass Baumgutachter diese Art von Baumschnitt dringend empfehlen würden.

Verkehrssicherheit hat Vorrang

Aus gutem Grund: Die Bäume seien innen hohl und würden ohne Rückschnitt die Verkehrssicherheit durch herabfallende Äste gefährden. Neuanpflanzungen seien dringend geboten. „Wir werden dies im kommenden Haushalt berücksichtigen und entsprechend unserer finanziellen Möglichkeiten umsetzen“, will die Bürgermeisterin die Entscheidung der Stadtverordneten dennoch nicht vorwegnehmen.

Ein drastisch zurückgeschnittener Baum in der August-Bebel-Straße in Elsterwerda.
Ein drastisch zurückgeschnittener Baum in der August-Bebel-Straße in Elsterwerda.
© Foto: Manfred Feller

Wie Anja Heinrich weiter mitteilt, habe sie bereits zu Wochenbeginn darum gebeten, den Baumschnitt in der Bahnhof- und in der Lauchhammerstraße für ein Jahr auszusetzen. Gerate die Verkehrssicherheit dadurch jedoch in Gefahr, werde umgehend gehandelt.

Die zahlreichen alten Bäume in der Bahnhof- und Packhofstraße sowie am Denkmalsplatz in Zentrumsnähe durch junge Bäume zu ersetzen sei zwar wünschenswert, aber so lange ausgeschlossen, wie der Eigentümer die Bundesstraße nicht grundhaft erneuert hat.