| 02:37 Uhr

Die Messe schmeckt nach Luther

Alles in Luther: Sachsen-Anhalt hat eine "Reformationssalami" im Angebot, auch Elbe-Elster wirbt 2017 mit dem Reformator.
Alles in Luther: Sachsen-Anhalt hat eine "Reformationssalami" im Angebot, auch Elbe-Elster wirbt 2017 mit dem Reformator. FOTO: dpa
Elsterwerda/Berlin. Ab Freitag hat sie wieder geöffnet: die Internationale Grüne Woche, die wohl größte Foodmesse der Welt. Auch der Elbe-Elster-Kreis nutzt die zehn Tage in Berlin einmal mehr als Bühne für sich und seine Produkte. Im Jahr, in dem sich der Reformationstag zum 500. Mal wiederholt, kommt dabei niemand an Luther vorbei. Steven Wiesner

Es geht wieder los. So wie ein Magnet Büroklammern anzieht, so lockt auch die Internationale Grüne Woche (IGW) nach wie vor Landwirte, Ernährungswirtschaftler oder Gärtner aus der ganzen Welt nach Berlin. Seit 1926 stellt die Messe nun schon einen überaus beliebten Treffpunkt für Hersteller, Vermarkter und nicht zuletzt für neugierige und kauffreudige Konsumenten dar. Auch Proteste und Demonstrationen gegen die Massentierhaltung konnten dem Lack der Grünen Woche bisher noch nichts anhaben. Um die 100 000 Nahrungs- und Genussmittel und mehr als 1600 Anbieter aus rund 65 Ländern sind mit dabei. Die Deutsche Presseagentur (dpa) nennt die Grüne Woche das "Schaufenster der Ernährungsbranche".

Und so mischt sich auch der Landkreis Elbe-Elster bei der nunmehr 82. Auflage wieder unter die Protagonisten. An die 20 Repräsentanten wird er mitbringen und für sich und seine Region werben (lassen). Denn: "Viele Berliner haben immer noch keine Ahnung, wo Elbe-Elster liegt", bedauert Sabine Münster von der Wirtschaftsförderung Elbe-Elster. Das soll sich ändern.

Dazu macht sich der Landkreis in diesem Jahr naturgemäß auch das Reformationsjubiläum zu nutze, so wie es viele andere Standorte ebenfalls tun. So wirbt man 2017 nicht nur in Sachsen-Anhalt mit einer sogenannten "Reformationssalami". Gourmets und Spielereien wie diese wird man vermutlich in allen Regionen wiederfinden, in denen Martin Luther seinerzeit Spuren hinterlassen hat.

Zwar hat auf der Grünen Woche immer noch die Ernährung Vorfahrt vor der Kultur und das Luther-Thema ist auch nicht der Mittelpunkt in Berlin, dennoch kann man sagen: Die Messe schmeckt in diesem Jahr nach Luther. Aus Elbe-Elster soll es dazu unter anderem Fruchtaufstriche und Fleischereiprodukte geben. Das Finsterwalder Brauhaus wird zusätzlich noch ein mit Luthers Konterfei versehenes Bier zur Verfügung stellen.

Ein Bier zum Luther-Marsch

Dazu erklärt der Finsterwalder Braumeister Markus Klosterhoff: "Luther ist nicht unser Schwerpunkt, das Bier ist eines von mehreren, die wir vorstellen. Aber jeder, der sich einen Luther-Pass besorgt, bekommt ein Bier dazu als kleine Erinnerung." Und je nach dem, ob der Kunde es aufheben und sich mit dem Verzehr gedulden kann, hat er quasi Marschverpflegung für den bevorstehenden Wanderweg. Apropos Luther-Pass: Diesen will der Landkreis in Berlin selbstredend auch noch weiter bewerben.

Ein weiteres wichtiges Anliegen für den Landkreis Elbe-Elster ist das "Land(auf)Schwung"-Programm, für das er vor anderthalb Jahren vom Bundesministerium ausgewählt wurde. Bis Juni 2018 erhält die Region für pilothafte Projekte in den Schwerpunkten des Regionalen Zukunftskonzeptes vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Was im Zuge dieses Modells passieren soll, stellt der Landkreis am 24. und 25. Januar in der Halle 23 vor.

Musik und Modenschauen

Ansonsten hat der Landkreis in der Brandenburghalle täglich einen Stand, den er jeweils diversen Unternehmen zur Verfügung stellt (siehe Grafik). Noch dazu bietet sich dem Landkreis die Gelegenheit, am 23. Januar mit zwei Bühnenprogrammen Werbung zu machen. Von 12 bis 14 Uhr in der Halle 4.2 und nochmal ab 15.30 Uhr in der Halle 21a wird das Jugendblasorchester der Lindenschule Plessa mit Unterstützung des Bergarbeiterorchesters musizieren, die Tanzmäuse Falkenberg haben einen Auftritt, es wird Modenschauen mit Alpacawolle geben und vieles mehr. Und dann sollten die Berliner auch endlich eine Ahnung davon haben, wo Elbe-Elster liegt.