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Die Heimatzeitung als willkommene Lesehilfe

Die Schüler von Manuela Kluge üben das Lesen in der Heimatzeitung.
Die Schüler von Manuela Kluge üben das Lesen in der Heimatzeitung. FOTO: Feller
Elsterwerda. Die 17- bis 19-jährigen Schüler von Sonderpädagogin Manuela Kluge bringen die unterschiedlichsten Voraussetzungen im Lesen mit. Während die einen mit den Überschriften kämpfen, lesen andere langsam ganze Texte. Manfred Feller

Dennoch beteiligen sich die Schüler der Förderschule "Stark fürs Leben" mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung an dem Projekt "Zeitung in der Schule". Denn lesen übt und bildet.

Eine Tageszeitung in die Hand zu nehmen, das ist bei jungen Leuten heute beinahe die Ausnahme. Die Informationen beschaffen sie sich oftmals auf anderen Kanälen. Paul verrät, dass er nach Neuigkeiten auch im Internet sucht oder TV-Nachrichten schaut. Vanessa ebenso, wobei sie Musik favorisiert. Mandy leiht sich Bücher aus. In der Lausitzer Rundschau interessiert fast jeden der Polizeibericht, auch Veranstaltungen und die Jungs natürlich der Sport. Auch wenn den meisten das Lernen schwer fällt, es nicht das übliche Schulabgangszeugnis gibt und der Arbeitsmarkt für sie kaum Stellen bietet, möchte jeder, der dazu in der Lage ist, später eine Tätigkeit ausüben.

Praktikumsplätze sind eine Möglichkeit, die Tür in einem Betrieb zu öffnen, sagt Marina Benkhardt, kommissarische Schulleiterin. Paul war bereits in einem Landwirtschaftsbetrieb in Stolzenhain. Die Arbeit mit Tieren macht ihm Spaß. Leon ist ein Freund von Landmaschinen. Er war zum Praktikum in einer Mühle. Wem der Berufsweg verschlossen bleibt, dem stehen die Elsterwerkstätten offen.

Die 36 Schüler der Förderschule werden sehr lebenspraktisch an den zukünftig möglichst eigenständigen Alltag herangeführt. Was notwendig ist, wird ihnen beigebracht. Das reicht vom Umgang mit Geld über Hauswirtschaft bis hin zur Gartenarbeit. Zehn Sonderpädagogen und drei pädagogische Unterstützer stehen ihnen dabei zur Seite. Ähnliche Förderschulen gibt es in Finsterwalde und Herzberg.

Am 7. Juli feiert die Förderschule ein Sommerfest. Im Mittelpunkt steht die Verkehrssicherheit.