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Die harten Kerle aus NRW

FOTO: Julian Becker
Lüdenscheid/Bad Liebenwerda. Sie wollen das härteste Radrennen der Welt bestreiten und testen am Freitag schon mal eine 550-Kilometer Nonstop-Fahrt nach Elbe-Elster: ein Radsportteam aus dem Märkischen Partnerkreis (Nordrhein-Westfalen). Frank Claus

Das fasziniert Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU). Vier Männer, die sich auf einen echten "Kanten" vorbereiten und den im Juni 2019 in Angriff nehmen wollen. "Race Across America" gilt in der Radfahrszene als das härteste Radrennen der Welt. In einem vorgeschriebenen Zeitlimit müssen die Einzelstarter und Teams die 4800 Kilometer von der West- zur Ostküste quer durch die Vereinigten Staaten bezwingen. Die Radrennfahrer passieren vier Zeitzonen und zwölf Bundesstaaten. Sie erleben 45 Grad Hitze in der Wüste und Temperaturen um den Gefrierpunkt in den Rocky Mountains. Ein Team aus dem Märkischen Kreis will dabei sein und bereitet sich jetzt darauf vor, unter anderem mit einem 550-Kilometer langen "Ritt", der sie am 3. Juni in Elbe-Elster ankommen lassen soll.

Hier wird der Landrat sie empfangen, um dann gemeinsam mit ihnen, Bürgermeistern und vielen Bürgern auf eine Radtour für den guten Zweck - der Erlös dient HausLeben - von Bad Liebenwerda nach Mühlberg und zurück zu gehen. Zum Team gehören der Automobilkaufmann Julian Becker (31), Fitnesstrainer Markus Gärtner (43, beide aus Herscheid), Sven Dunker (32, Systemelektriker) aus Plettenberg und der Orthopäde Miki Milivoje Nilovic (45) aus Meinerzhagen. Am Freitag um 17 Uhr will das Quartett in Herscheid starten und gegen 13 Uhr in Bad Liebenwerda sein. Gefahren werden durchschnittlich 30 Kilometer pro Stunde. "Vermutlich werden immer zwei Fahrer auf der Strecke sein", erzählt Julian Becker über die Renntaktik des Trainingslaufes. Ein Sicherheitsfahrzeug, in diesem Fall ein BMWi3 - "wir wollen zeigen, dass man auch solche Strecken umweltfreundlich fahren kann" - wird das Team von hinten absichern. Ein Transporter, in dem die anderen zwei Fahrer sich ausruhen können sowie Technik, Getränke und Ernährung transportiert werden, fährt immer 30 bis 35 Kilometer bis zu festgelegten Wechselzonen voraus. Alles wird über Funk koordiniert. "Wir wollen fliegende Wechsel, also die zwei nächsten Starter stehen schon wie bei einem Staffelrennen bereit", erklärt Julian Becker.

Für das Rennen quer durch Amerika wird das Begleiterteam deutlich aufgestockt. Neben den vier Radfahrern werden neun Betreuer dabei sein: unter anderem je ein Schrauber, Orthopäde, Physiotherapeut, eine Ärztin, ein Rettungsassistent, ein Kameramann, ein Versorgungsfachmann und ein "Mädchen für alles".

Aber warum gönnt man sich so einen "Kanten"? Es sei Herausforderung und Bestätigung zugleich und abzüglich aller Unkosten soll der "Ritt" auch noch Geld für die Palliativstation in Lüdenscheid einspielen. "Wir haben schon zahlreiche Sponsoren, die einen Kilometer für je sechs Euro kaufen", berichtet Julian Becker.

Zum Thema:
Die gemeinsame Radtour mit dem Landrat, Bürgermeistern und hoffentlich vielen interessierten Bürgern beginnt am 3. Juni um 14 Uhr auf dem Marktplatz Bad Liebenwerda und führt über Wahrenbrück (15 Uhr, Markt), Saxdorf (16.10 Uhr, Pfarrgarten), Martins- kirchen (17.30 Uhr, Schloss) Mühlberg (18 Uhr, Museum) und von dort aus wieder zurück nach Bad Liebenwerda. Der Teilnehmerbeitrag von zwei Euro kommt HausLeben zugute.Unterwegs werden das Schloss Martinskirchen, der Pfarrgarten Saxdorf und das Museum in Mühlberg jeweils kurz besichtigt.