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Bad Liebenwerda
Die Fischergasse ist jetzt ein richtiges Schmuckstück

Fast die letzten Handgriffe: In der Fischergasse in Bad Liebenwerda werden die Randstreifen eingeschlämmt. Kleinere Restarbeiten sollen im Frühjahr zu Ende gebracht werden. Die Straße wurde grundhaft ausgebaut.
Fast die letzten Handgriffe: In der Fischergasse in Bad Liebenwerda werden die Randstreifen eingeschlämmt. Kleinere Restarbeiten sollen im Frühjahr zu Ende gebracht werden. Die Straße wurde grundhaft ausgebaut. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. In Bad Liebenwerda ist eine der ältesten Straßen grundhaft ausgebaut.

Es ist ein Weihnachtsgeschenk für die Anwohner der Fischergasse in Bad Liebenwerda. Ihre Straße ist rechtzeitig vor dem Fest wieder komplett befahrbar und nun in einem Zustand, den es Jahrhunderte lang so nicht gegeben hat. Dort, wo es im Sommer auf der Sandstraße gehörig staubte und wo das Wasser aus Pfützen beim Durchfahren teils bis an die Hauswände spritzte, ist jetzt eine moderne Straße entstanden.

Rund um die Fischergasse, so vermuten Heimatforscher, ist wohl jene Stelle, an der die ersten Menschen von „Liebenwerde“ siedelten. Ihren Namen verdankt sie den Fischern, die dort unweit der Schwarzen Elster lebten und für den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgten. Trotz des hohen historischen Werts empfinden es die Anlieger als wohltuend, dass Historie und moderne Ansprüche der heutigen Zeit so gut in Einklang gebracht wurden. Denn die Straße hat nicht etwa historisches Kopfsteinpflaster erhalten, sondern die Fahrbahn ist asphaltiert worden. Weil aber die Rand- und Abstellflächen mit großformatigem Lesepflaster gestaltet wurden, bleibt der historische Eindruck erhalten. Gut auch, dass die Randsteine in Beton verlegt wurden, denn nur lose Steine würden sich auf der schmalen Straße mit mehrmaligen Haltemanövern wohl schnell lösen.

Zur Wahrheit des Ausbaus zählt aber auch, dass die Anwohner sich mächtig ins Zeug legen mussten, um mit verträglichen Straßenausbaubeiträgen belastet zu werden. Konstruktiver Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Stadtverordnetenversammlung ist es zu verdanken, dass Lösungen gefunden werden konnten. Hintergrund der Auseinandersetzung: Fischergasse und Hag gehören, obwohl historisch vermutlich am ältesten, nicht zum eigentlichen Sanierungsgebiet der Stadt. Gut, dass in Abstimmung mit zuständigen Landesämtern trotzdem praktikable Lösungen gefunden wurden.

Bürgermeister Thomas Richter (CDU) würdigte die nicht einfache Arbeit der Planer und Bauleute. Schließlich war die Entwässerung nicht unkompliziert und nur unter Mithilfe von Anliegern, so zum Beispiel dem Bieligkhof, realisierbar. Insgesamt sind für die Fischergasse 650 000 Euro investiert worden.

Bereits im Vorjahr war der Abschnitt vom Friedhof bis zum Hag grundhaft ausgebaut worden. Bürgermeister Thomas Richter: „Dies erfreulicherweise sogar zu deutlich geringeren Kosten als geplant. Statt der veranschlagten 530 000 Euro wurden „nur“ 430 000 Euro verbaut.

Bleibt noch der Abschnitt zwischen DHH-Gebäude und dem Friedhof. Nach jetzigen Planungen soll dieses letzte Stück der dann komplett sanierten Torgauer Straße im Jahr 2019 gebaut werden. Vorher ist die Lessingstraße dran.

Der Abschnitt zwischen Hag und Torgauer Straße wurde 2016 fertig.
Der Abschnitt zwischen Hag und Torgauer Straße wurde 2016 fertig. FOTO: Mona Claus