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| 02:35 Uhr

Die Dimensionen vor Augen führen

Auf Bandanlagen gelangt der abgebaute Kies zum Weitertransport.
Auf Bandanlagen gelangt der abgebaute Kies zum Weitertransport. FOTO: Eurovia/Axel Heise
Mühlberg/Altenau. Seitdem Elbekies Mühlberg und Berger Rohstoffe Altenau weitere Vorhaben bekannt gegebenen haben, regt sich Widerstand. Eine Informationsradtour am Samstag, organisiert von der neuen Bürgerinitiative "Für eine Heimat mit Zukunft", soll die Dimensionen der Pläne vor Augen führen. Sylvia Kunze

Kiesabbau ist für die Bewohner von Mühlberg und Umgebung eigentlich nichts Neues. Dennoch geht jetzt ein Aufschrei durch ihre Reihen. "Wegen der Größenordnung, die noch hinzukommen soll", sagt Sigrid Käseberg von der Bürgerinitiative "Für eine Heimat mit Zukunft". Diese hat sich Anfang Juni gegründet. Kurz nachdem die beiden Kieswerke Elbekies Mühlberg und Berger Rohstoffe Altenau die Planungen für die nächsten Jahre auf den Tisch gelegt hatten.

Dass es Erweiterungen geben wird, war bekannt. "Aber die riesigen Dimensionen haben sehr überrascht", erzählt Sigrid Käseberg. Allein Elbekies spricht von bis zu 420 Hektar Neuaufschluss. Das entspricht in etwa der bereits ausgekiesten Fläche. Berger Rohstoffe Altenau wolle noch auf 266 Hektar Fläche anwachsen.

Manch einem sei vielleicht noch nicht mal bewusst, was das für enorme Flächen seien und was es für die Menschen vor Ort bedeute, sind sich die Mitstreiter der Bürgerinitiative einig und haben deshalb die Informationsradtour für Samstagnachmittag vorbereitet, zu der sie alle Interessierten einladen.

Ziel dieser Tour sei es, so formulieren es die Einladenden, "den Menschen in unserer Region das Ausmaß des überdimensionalen Kiesabbaus vor Augen zu führen und die Bevölkerung für eine lebenswerte Zukunft verbunden mit dem Schutz der hochwertigen Ackerböden, des Grundwassers, der Auenlandschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt und gegen den Kies-Raubbau zu sensibilisieren".

Erste Reaktionen im Bekannten- und Freundeskreis zu diesem Vorhaben und der Einladung seien durchweg positiver Art, freut sich Sigrid Käseberg. "Nun sind wir sehr gespannt darauf, wie viele sich der Tour anschließen werden", sagt sie. Am Dienstagabend haben die Verantwortlichen noch einmal zusammengesessen, um alles vorzubereiten. Die Aufgaben sind verteilt.

Natürlich soll es unterwegs auch viele Erläuterungen geben. Die Akteure der Bürgerinitiative fühlen sich gut vorbereitet, "denn alle von uns befassen sich sehr intensiv mit dem Thema. Wir haben viel Wissen angelesen", erzählt Sigrid Käseberg.

Die 20 Gründungsmitglieder von "Für eine Heimat mit Zukunft" wohnen alle in der näheren Umgebung. Sie treffen sich regelmäßig und haben Widerspruch im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens zur Süderweiterung des Kiessandtagebaus Mühlberg Werk II eingelegt.

Inwiefern ihr Veto beim Verfahren, das aktuell beim Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe läuft, Berücksichtigung findet, beispielsweise durch das Erteilen von Auflagen, bleibt noch abzuwarten. Das passiere nur dann, wenn es begründet bzw. für die Rechtmäßigkeit der Sachentscheidung relevant sei, heißt es aus dem Amt. Aber auf jeden Fall würden alle Einwendungen im Planfeststellungsverfahren im Einzelnen geprüft.

Die Mitglieder der Initiative treibt noch etwas anderes an: "Für die Menschen hier vor Ort soll was bleiben", sagt Sigrid Käseberg mit Blick auf nach dem Kiesabbau fällige Rekultivierungen. "Da ist bisher noch eindeutig zu wenig passiert", benennt sie ein weiteres Arbeitsfeld.

Zum Thema:
Start ist 14 Uhr am Samstag am Rathaus in Mühlberg bzw. 14.20 Uhr in Altenau, Dorfstraße 25A. Von dort aus werden dann sechs Stationen angefahren: das Kieswerk Altenau, der aktive Abbau Werk II Elbekies (Ostsee), der geplante Badestrand Werk II Elbekies (Westsee), der Schlossteich Mühlberg, das stillgelegte Werk IV Elbekies und weitere geplante Flächen von Elbekies in der Mühlberger Aue. Zurück von der etwa 15 Kilometer langen Tour sind die Teilnehmer voraussichtlich gegen 17 Uhr. Im Dorfgemeinschaftshaus in Altenau klingt die Veranstaltung aus. Der Jugendclub sorgt für Verpflegung.