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| 17:46 Uhr

Nadelöhr auf Zeit
Die Bahnbrücke liegt im Zeitplan

Die neue Bahnbrücke in Elsterwerda Die Schutzwände sind gestellt. Bis Ostern sollen die Brückenan- und abfahrt asphaltiert werden.
Die neue Bahnbrücke in Elsterwerda Die Schutzwände sind gestellt. Bis Ostern sollen die Brückenan- und abfahrt asphaltiert werden. FOTO: Frank Claus / LR
Elsterwerda. Die Bauarbeiten an der neuen B-101-Bahnbrücke in Elsterwerda gehen LR-Leser Stefan Müller aus Finsterwalde zu langsam vonstatten. Wirklich? Die Fachleute meinen: „Wir liegen im Zeitplan.“ Von Frank Claus

Die Kritik ist deutlich: „Als täglicher Nutzer der Endlosbaustelle neue Bahnüberführung in Elsterwerda kann ich seit November kaum noch einen Baufortschritt erkennen.“ Das schreibt LR-Leser Stefan Müller aus Finsterwalde und bemängelt, dass mit zu wenig Personal an diesem Nadelöhr gearbeitet werde. Erhebliche Abrissarbeiten an der Altbrücke seien ebenso noch notwendig wie Bauarbeiten in der Berliner Straße, am künftigen neuen Kreuzungspunkt in der Schillerstraße und in der Straße An der Eisenbahn. Ihm schwant Böses, weil auch nirgendwo ein Fertigstellungstermin genannt sei.

„Die Arbeiten befinden sich komplett in der bauvertraglichen Terminplanung.“ Das sagt im Gegenzug Manfred Ragotzky, Sachgebietsleiter im Dezernat Konstruktiver Ingenieurbau des Landesbetriebes Straßenwesen.

Er erläutert: „Das Abbruchunternehmen arbeitet derzeit kontinuierlich an der Beseitigung der alten Brückenunterbauten.“ In der nächsten Woche soll das verbliebene Widerlager auf der Seite Schillerstraße abgerissen werden. Dies sei unter den enorm geringen Platzverhältnissen eine weitere Herausforderung für die Bauleute. Manfred Ragotzky zufolge sei eine vollständige Kolonne Betonbauer mit der Fertigstellung der östlichen Stützwand beschäftigt. In Kürze würden dort die Verklinkerungsarbeiten beginnen. Fast fertig aufgebaut sind auch bereits die Schutzwände. Am Dienstag ist begonnen worden, die Lichtmasten auf der Brücke zu setzen.

Manfred Ragotzky verweist auf die schwierigen technologischen Abläufe, wenn unter rollendem Verkehr gearbeitet wird. Eine Komplettsperrung hatte man schon vor Beginn der Bauarbeiten ausgeschlossen, weil die Umleitungsstrecke entweder erheblich lang gewesen wäre oder der Umleitungsverkehr Einwohner und Straßen umliegender Ortschaften heftig beeinträchtigt hätte. In Kauf habe man damit nehmen müssen, dass sich der Bauablauf langfristiger gestaltet. Manfred Ragotzky: „Eine Beschleunigung der Bauarbeiten über das vertraglich vereinbarte Maß hinaus würde zum einen die Baukosten immens erhöhen und zum anderen wäre es an dieser Stelle völlig sinnlos, denn technologischer Zwangspunkt sind die  Asphaltarbeiten sowohl zur Fertigstellung der Bundesstraße als auch zum Umbau der Stadtstraßen unter der Brücke.“

Generell werde jedoch in den Wintermonaten kein Asphalt produziert. Die Mischwerke würden diese Zeit für Wartungs- und Reparaturarbeiten nutzen. „Die ersten Lieferungen sind frühestens im März wieder möglich und dann auch für die Baustelle Elsterwerda bestimmt“, so der Sachgebietsleiter.

Dann die wichtige Terminbotschaft: „Sollten die Witterungsbedingungen passen, werden die Arbeiten, die mit der Straßenüberführung in Zusammenhang stehen, pünktlich zu Ostern beendet sein.“

Auf der Westrampe werde jedoch bis zum Jahresende weitergearbeitet. Dort erfolge der Ersatzneubau für die Binnengrabenbrücke. Manfred Ragotzky bittet um Verständnis: Ein Außenstehender oder Nichtfachmann könne wohl kaum „die Kompliziertheit dieser Brückenbaumaßnahme im verkehrlichen Nadelöhr von Elsterwerda mit seinen technischen Schwierigkeiten und den sensiblen Randbedingungen wie Eisenbahnbetrieb und Anwohnerinteressen einschätzen“.

Trotzdem sei es bis auf ganz kurze Zeiträume gelungen, „den Bundesstraßenverkehr immer zweistreifig aufrechtzuerhalten. Wirkliche Verkehrsprobleme gab es zu keinem Zeitpunkt!“

Die Spundwände Richtung Bad Liebenwerda werden als nächste gezogen.
Die Spundwände Richtung Bad Liebenwerda werden als nächste gezogen. FOTO: Frank Claus / LR