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Diamantener Abiturjahrgang auf den Spuren der tropischen Ananas

Seit ihrer gemeinsamen Schulzeit sind inzwischen 60 Jahre vergangen.
Seit ihrer gemeinsamen Schulzeit sind inzwischen 60 Jahre vergangen. FOTO: vrs1
Elsterwerda. Selbst lange Anfahrtswege aus Belgien und der Schweiz haben einige dieser ehemaligen Abiturienten in Kauf genommen, um am Diamantenen Abitur im Elsterschloss-Gymnasium Elsterwerda teilnehmen zu können. Seit der gemeinsamen Schulzeit sind inzwischen 60 Jahre vergangen. Veit Rösler / vrs1

In mühevoller Arbeit organisiert Eberhard Nelle seit vielen Jahren die regelmäßig stattfindenden Klassentreffen. "Ich bin immer wieder gespannt, wie viele und wer alles kommen wird."

Klar, dass dabei auch eine Statistik entsteht. So seien im Jahre 1957 74 Schüler zum Abitur angetreten. Vor zehn Jahren beim Goldenen Abitur waren noch 46 Schüler und damit 62 Prozent dabei. Diesmal waren es mit zwei Nachzüglern 32 Schüler (43 Prozent), wobei zwölf Schüler sich gemeldet und ihre Abwesenheit entschuldigt haben. Damit habe man fast die Größenordnung von 2007 halten können, so Eberhard Nelle. Weit über 50 Prozent haben ihre Heimat nach dem Abitur für immer verlassen und ihr Glück in der Fremde gesucht.

Nach den regelmäßigen Führungen bei den Treffen durch Bärbel Nicklisch wurde diesmal das frisch restaurierte Gärtnerhaus besucht. In dem Gebäude wurden vor über 180 Jahren tropische Ananas angebaut. Bei der Sanierung des Hauses wurde im Erdgeschoss unter dem Fußboden ein Erdbeet gefunden, das man durch darunter befindliche Kanäle mittels eines kleinen Ofens beheizen konnte. Für die Wasserführung wurde der kleine Graben genutzt, der noch heute nur wenige Meter von der Südfassade des Gärtnerhauses entlang läuft. Nachforschungen ergaben, dass Hofgärtner Johann Carl Gottlieb Seifert im Auftrag des sächsischen Königshauses im Gärtnerhaus hinter dem Schloss mehrere Ananaspflanzen eingesetzt, bearbeitet und vermutlich auch geerntet haben muss. Als die diamantenen Abiturienten vor 60 Jahren hier zur Schule gegangen sind, war dieses historische Wissen über den Ananasanbau in Elsterwerda in Vergessenheit geraten. Das mehrere Hundert Jahre alte Gebäude fristete damals noch ein unauffälliges Dasein am Rande des Schlosses.