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| 01:07 Uhr

Der Traum vom Mars und wie könnte es im All weitergehen?

LÖNNEWITZ.. Viktor Afanasjew gehört zu den beneidenswertesten Menschen auf diesem Planet. Genau 555 Tage, verteilt auf vier Flüge, verbrachte der Russe bisher im Weltraum. Sven Gückel

Drei seiner Missionen führten ihn als Kommandant zur Raumstation MIR, der bisher letzte Flug im Oktober 2001 zur internationalen Raumstation ISS. Insgesamt sieben Ausstiege ins All waren dabei wohl die Krönung aller Flüge. Bescheiden und zurückhaltend, so lernten die Besucher des Flugplatzfestes in Lönnewitz den 54-Jährigen kennen. Geduldig nahm er sich als Ehrenmitglied des hiesigen Fliegerclubs Zeit für alle an ihn gestellten Fragen.
An was arbeitet er jetzt„ Neben zahlreichen Vorträgen im In- und vor allem Ausland, fülle er den Posten des Vizekommandanten im Sternenstädtchen aus. Sein Erfahrungsschatz wird somit an die kommenden Raumfahrer weiter gegeben. Schockiert zeigte sich der ehemalige Kampf- und Testpilot (über 40 Typen) vom jüngsten Weltraumunglück der Amerikaner. Die Ursache dafür sei noch immer nicht gefunden. Spätestens 2005/06 werde es aber wieder regelmäßige Flüge zur ISS geben, so seine Prognose. „Doch ein Risiko sitzt bei jedem Start mit an Bord“ , fügte Afanasjew an. „Allerdings, intensive wissenschaftliche Arbeiten wie auf der MIR, die benötigen noch ihre Zeit. Die ISS bietet wirklich gute Arbeitsbedingungen. Ehe sie aber den Stand der MIR erreicht haben wird, vergehen sicher noch fünf Jahre.“
Mit Lönnewitz und Falkenberg verbindet der Held der Sowjetunion vor allem die Anfangsjahre seiner Offizierslaufbahn. Von 1970 bis 1976 lebte und arbeitete er dort. „Das sind Erinnerungen, die ich gern ins Gedächtnis zurückrufe“ , ließ er über seine Dolmetscherin Irina Tarassova übersetzen. Im Anschluss gab er anhand von Bildern und Filmen den Besuchern des Flugplatzfestes Einblicke in sein Wirken im All. Dass Afanasjew bis heute davon fasziniert ist, spürten alle Zuhörer.
Fasziniert zeigten sich auch die Mitglieder des Fliegerclubs. Denn neben seinen Ausführungen bedachte Afanasjew seine Clubfreunde mit kleineren Geschenken. Dazu gehörte auch original eingeschweißte Nahrung, die im Weltall Verwendung findet. Ein Ehrenplatz, nicht auf dem Grill, sondern im Vereinsgebäude, dürften der Suppe, dem Brot und dem Fisch wohl sicher sein.
Was will er nun mit 60 machen“ „Vielleicht noch einmal fliegen“ , verriet er einen seiner Träume. Vor allem zum Mars.