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Der Mann ohne Six-, dafür aber mit Witzpack: M.M. Profitlich

So treu und unschuldig schauen Männer über 50.
So treu und unschuldig schauen Männer über 50. FOTO: fc
Bad Liebenwerda. Aufatmen in Hollywood. Er ist wieder weg. Endlich. Da lacht George Clooney von der Videoleinwand, weil er, der eigentliche Star, nun wieder die Filme drehen darf und Brad Pitt wirkt entspannt. Endlich hat Angelina wieder nur Augen für ihn. Denn er ist weg, weil er nämlich im Bad Liebenwerdaer Bürgerhaus auftritt: Markus Maria Profitlich. Frank Claus

Nur kurz lugt sein Gesicht, das mit der unnachahmlichen Mimik, zwischen der Bühnenkulisse hervor und schon tobt das Publikum im ausverkauften Bürgerhaus am Freitagabend in Bad Liebenwerda. Da ist er nun, der "Erklärbär" aus der "Wochenshow", der Mann ohne "Sixpack", dafür aber mit "Witzpack".

Und mit ihm sind sie da, die Probleme der über Fünfzigjährigen. "Man sieht es mir nicht an, aber ich bin über 50", bekennt der Comedian, "in D-Mark bin ich sogar über hundert."

Und wieder grinst er von der Videoleinwand, diesmal als Baby auf dem Arm von Angelina. Wenn der Brad wüsste, dass da doch was hängen geblieben ist…

Gibt es ein Leben nach dem Fünfzigsten? So ist nicht nur das Programm von Markus Maria Profitlich überschrieben, er zeigt auch erbarmungslos auf, welche Situationen da auf den Mann lauern. Und weil er jede Posse zuerst über sich selbst reißt, nimmt ihm auch keiner im Saal übel, wenn er mal etwas deftiger wird. Doch zuerst müssen alle im Publikum mit ihm gemeinsam seinen Kindheitstraum nachempfinden. Einmal Tarzan sein. Das Publikum hat für die Geräuschkulisse des Urwalds zu sorgen. Als ihm das Knistern zu laut wird, ruft er: "Ich laufe über Kiesstrand und nicht auf Chips" und als es zu leise wird, fordert er lautes Pfeifen und innbrünstige Rufe nach Jane ein. Dann endlich darf er dastehen und diesen monumentalen Satz ausrufen: "Ich Tarzan, du Jane." Das Publikum grölt.

Er berichtet von der Aufklärung eines Sprosses in der Steinzeit, im Mittelalter und bei den 68ern "Wer nur mit derselben poppt, kriegt den Faschismus nicht gestoppt" und kommt auf den wunden Punkt der Männer: den Besuch beim Urologen. Freilich, Mann weiß mit der "kleinen Hafenrundfahrt" was anzufangen und es scheint, mit Profitlich verziehen einige Männer bei den bildhaften Vorführungen so wie Profitlich das Gesicht.

Wissen Sie, warum Männer mit 50 so schlecht einschlafen können? "Weil sie danach nach Hause müssen, zu Frau und Kinder." Und noch einer aus der Profitlich-Kiste: Als sich eine Frau bei ihm beschwert, dass ihr Mann daheim nur noch Autorennbahn spielt, empfiehlt er trocken: "Nehm'se Maut!"

Den Spiegel vors Gesicht gehalten bekommen die Männer, die sich über 50 noch mal "mit dem Schuhlöffel in die Lederkombi zwängen", um angeblich auf der Karre die große Freiheit zu genießen. Oder die, die mit 60, 65, 70 noch Rad fahren - Rennrad! Im atmungsaktiven Dress, in dem sie aussehen wie "Rinderbraten mit zwei Schweinshaxen". Und wenn sie sich erst aus dem Sattel heben - in den viel zu engen Hosen ohne was drunter. Dann ist der "eingeschweißte Hamster" zu sehen. Er geißelt die Piercingwelle "mancher Mann hat zwischen den Beinen ja mehr Klunker als die Queen auf dem Kopp" und sagt von sich und seiner stattlichen Gestalt: "Ich bin 150 Kilo Dynamit."

Gut, dass seine Frau ihn auf den Teppich bringt. "…mit viel zu kurzer Zündschnur."