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| 11:18 Uhr

Der Lubwart-Turm soll trotz Sanierung so bleiben, wie er ist

Bad Liebenwerda. Wie nach der Probeabstimmung am Montag nicht anders zu erwarten, entschieden sich die kurstädtischen Abgeordneten am Mittwoch im Bürgerhaus für die Variante 1 der Lubwartturm-Sanierung. Konkret hoben 17 der 20 anwesenden Stadtverordneten bei dieser Variante die Hand. Frank Hilbert

Reiko Mahler (FuL) war der einzige am Tisch, der sich für Variante 2 aussprach, und seine beiden Fraktionskollegen Siegmar Schmidt und An- dreas Schöne hätten gern die Variante 3 gehabt. Zuvor hätten die weniger als 20 Bürgerinnen und Bürger Rederecht im Rahmen einer Fragestunde gehabt, doch niemand machte davon Gebrauch. Die Kurstädter waren es dann auch, die Heike Täubert in den Mittelpunkt ihrer kurzen Einführung in diese historisch bedeutungsvolle Stadtverordneten-Sitzung rückte. "Die Quantität der Bürgerbeteiligung war nicht so hoch, wie wir erhofft hatten. Aber die Bürger, die sich beteiligt haben, taten dies mit einer sehr guten Qualität", betonte die Projektleiterin, die seit vielen Jahren die Stadtsanierung von Bad Liebenwerda fachlich begleitet. Daher, so Täubert, sei es "auf jeden Fall keine falsche Entscheidung" gewesen, die Einwohner der Stadt in die Entscheidungsfindung zur Lubwartturm-Sanierung mit einzubeziehen. Architekt Bernhard Leisering, der seit 2006 an der Sanierungsplanung arbeitet, wärmte zunächst nochmals alle drei Sanierungsvarianten auf, um dann die Aufmerksamkeit des Gremiums auf die Variante 1 zu lenken. Diese sieht vor, den Turm in seinem jetzigen Bestand und ohne ein Dach zu sanieren. Denkbar wäre aber, so Leisering, eine Art Aussichtspodest zu installieren. Mit der Denkmalschutzbehörde geklärt werden müsse auch, ob man die Ziegelsichtigkeit der Fassade herstellen könne. Dann passierte es: Einem Omen gleich, fiel ausgerechnet jene der drei im Bürgerhaus aufgehängten historischen Darstellungen des Lubwarts herunter, die ihn als Renaissanceturm zeigte. Andreas Schöne (FuL) begründete sein Abstimmverhalten unter anderem damit, dass sich die Mehrheit der Bürger für die Variante 3 ausgesprochen hätte und diese gut ins Umfeld passen würde. Der Fraktionschef der Linken, Hans-Jürgen Wendt, plädierte für seine Fraktion für die Variante 1, weil sich ihm gegenüber auch viele Kurstädter dafür ausgesprochen hätten. Hans-Ulrich Lubk sprach für die Christdemokraten, die ebenfalls die Variante 1 haben wollen. "Den Turm kennen unsere Kinder und Kindeskinder so, wie er jetzt dasteht. Mir würde es wehtun, wenn er anders aussehen würde", so Lubk. Frank Werner (CDU) hätte sich von der Denkmalschutzbehörde eine eindeutigere Stellungnahme gewünscht. Gerhard Preibisch (CDU) berief sich auf das Variante 1-Votum seines Ortsbeirates, und Hubert Blaas (Die Linke) hätte sich gar eine mutigere Variante gewünscht. "Ich bin aber zu der Einsicht gelangt, dass so etwas nicht mehrheitsfähig ist." Die Variante 1 verbaue künftigen Generationen nichts, falls diese am Lubwart etwas verändern wolle. Bürgermeister Thomas Richter (CDU) machte schließlich einen Rundumschlag in Sachen Dank an alle Beteiligten. Dann wurde abgestimmt - und damit Geschichte geschrieben. In den Jahren 2010 und 2011 kann nun der Lubwartturm saniert werden. Frank Hilbert