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Der Knallerbsenstrauch soll einer Naschecke weichen

Die Gärtner – hier Volkmar Tietze aus der Gärtnerei in Herzberg/Stechau – sind startklar für die große Pflanzaktion in Elbe-Elster-Land. Noch in dieser Woche werden die Projekte ausgewählt.
Die Gärtner – hier Volkmar Tietze aus der Gärtnerei in Herzberg/Stechau – sind startklar für die große Pflanzaktion in Elbe-Elster-Land. Noch in dieser Woche werden die Projekte ausgewählt. FOTO: vrs1
Elbe-Elster-Kreis. Elbe-Elster wird noch freundlicher und grüner! Möglich macht das eine Gemeinschaftsaktion der produzierenden Gärtnereien und Baumschulen im Landkreis Elbe-Elster, der Sparkassenstiftung "Zukunft Elbe-Elster-Land" und der LAUSITZER RUNDSCHAU. Zu den bereits eingereichten zehn Bewerbungen zur Teilnahme sind mit Stand gestriger Montag weitere elf dazugekommen. Am morgigen Mittwoch, 15. April, ist Bewerbungsschluss. Frank Claus

Verträgt so mancher Straßenzug im Elbe-Elster-Land nicht noch mehr Blütenpracht, zum Beispiel in Form von Ampeln an Laternenmasten? Würde der Ortseingang nicht noch schöner aussehen, wenn Gäste dort mit einer üppigen Stauden-Kombination begrüßt werden? Könnte die Häuserfassade mitten im Dorf- oder Stadtzentrum nicht der Hingucker werden, wenn Blumenkästen die Fensterbänke verzieren? Das hatte die RUNDSCHAU im Ende März veröffentlichten Aufruf gefragt. Und berichtet, dass die Stiftung 25 000 Euro bewilligt hat, um dieses Projekt so richtig "anzugießen". Das sind die weiteren elf Bewerber und ihre Projekte:

Parkanlage Lebusa.Der Kegelverein und die Gemeinde Lebusa möchten das Umfeld der Bushaltestelle einschließlich der Eiche direkt in der Ortsmitte attraktiver gestalten. Im Lebusaer Park sollen der Eingangsbereich der Turnhalle und der Kegelhalle mit Stauden, Sträuchern oder Baumgruppen bepflanzt werden. Der Kegelverein hat sich bereiterklärt, die Pflege zu übernehmen.

Pfarrgarten Doberlug.Der Pfarrgarten Doberlug, jahrelang Baustelle und zum Teil als Straße genutzt, wird durch ein Gartenteam gegenwärtig neu gestaltet. Zur Landesausstellung konnten bereits zahlreiche Besucher begrüßt werden. Das Gartenteam möchte eine bunte Hecke am Zaun pflanzen. "Sie soll nicht höher als zwei Meter werden, etwas Sichtschutz sein und Nistmöglichkeiten für Vögel bieten." Eine unterschiedliche Laubfärbung im Laufe des Jahres wäre wünschenswert, heißt es im Bewerbungsschreiben des Gartenteams, das "selbstverständlich auch die Pflege übernimmt".

Marktplatz Uebigau.Ortsbürgermeister Ulrich Jachmann möchte im Stadtgebiet die Grünflächen neben dem Parkplatz in der Doberluger Straße (Eingang Schlosspark) und an der Kreuzung Torgauer/Ecke Herzberger Straße mit Frühblühern neu gestalten. Auf dem Markt sollen zwei Blumenpyramiden zum Hingucker werden und an den Laternenmasten in der Innenstadt sollen Blumenampeln in Pyramidenform optische Glanzlichter werden.

Grünfläche an der Kreuzung Stolzenhain/Gröditz in Prösen.Die Fläche, direkt an der Landesgrenze zu Sachsen gelegen, soll zu einem "Willkommensgruß" gestaltet werden. Gedacht ist an ein Rosenbeet und einen rotblättrigen Zierapfel. Der Bauhof Röderland übernimmt für fünf Jahre die Pflege.

Neue Anlage in der Dorfmitte von Reichenhain. Im Bereich des zur 650-Jahr-Feier errichteten Denkmals soll eine neue Anlage mitten im Dorf errichtet werden. Einiges ist bereits angepflanzt, mithilfe der Kreisgärtnergruppe soll die Fläche nun richtig fachgerecht gestaltet werden. "Die Fläche ist wie ein kleiner ,Marktplatz' im Dorf, da im anliegenden Mehrzweckgebäude viele kleine Unternehmen ihren Sitz haben", heißt es im Bewerbungsschreiben. Seit 23 Jahren kümmern sich die Röderländer Landfrauen um die Fläche. Sie wollen weiterhin die Pflege übernehmen.

Grünanlage am Ortseingang von Arnsnesta."Unsere Grünanlage am Ortseingang mit dem Blickfang zu unserem ,Adler' vor dem Gemeindehaus mit Spiel- und Freizeitplatz wollen wir noch schicker und freundlicher mit Stauden, Blumen und kleinen Sträuchern gestalten sowie die Rosenrabatte (mehr als 25 Jahre alt) aufwerten beziehungsweise neu anlegen", schreibt Ortsbürgermeistern Regina Köhler und berichtet von einer ständigen Frequenz durch Radfahrer und Fußgänger, die es unter anderem zur Fachwerkkirche, zum Elster-Radweg oder zum Reiterhof mit Pension zieht. Die Gemeinde übernimmt die Pflege.

Drandorfhof in Schlieben.Der Drandorfhof in Schlieben ist der Anziehungspunkt der Stadt und wird als Touristinformationszentrum, Heimatmuseum und Heimstatt zur Pflege des Brauchtums genutzt. Das Hofensemble soll mit Blumen- kübeln, -kästen und -ampeln verschönert werden. In der angrenzenden Ritterstraße sollen Blumenampeln an den Lichtmasten Farbpunkte setzen. Die Stadt Schlieben übernimmt die Pflege.

Grünanlage an der B 101 in Beutersitz/Bahnhof.Ein "Bürgerzusammenschluss" möchte das Gelände um das alte Wasserwerk neu gestalten und pflegen. Nicole Bloedow und Ortsbürgermeister Ronny Laake sind Ansprechpartner, zahlreiche Helfer gibt es darüber hinaus. Die Neugestaltung soll mit Pflanzen, Sträuchern und Bäumen erfolgen, unter anderem mit Rhododendren, Flieder, Magnolien, Rosen, Kräuterweiden und vielen Frühlingsblühern. Eine Sitzgelegenheit und ein Bilderrätsel mit den Pflanzen der Heimat sowie zur Ortsgeschichte sollen integriert werden.

Dorfplatz von Sallgast."Da in unserem Haushalt keine Gelder für unsere Dorfgestaltung möglich sind", heißt es in einem Schreiben der Gemeinde Sallgast, soll mithilfe der Aktion "Hier wächst was!" der Dorfplatz der Gemeinde neu gestaltet werden. Eine Verschönerung des Platzes, der von vielen Passanten und Kraftfahrern frequentiert wird, sei dringend nötig. Die Fläche befindet sich unmittelbar vor dem Park samt Schloss. Angrenzend befinden sich die Kirche, das Dorfgemeinschaftshaus und der Jugendklub. "Wenn unser Projekt genehmigt wird, haben wir für den neu bepflanzten Teil eine Sportgruppe, die sich um diesen Bereich kümmern würde."

Kindertagesstätte in Lebusa.Mit einem kleinen Anliegen bittet die Kindertagesstätte "Kinderland am Park" in Lebusa die Gärtner um fachliche Hilfe. Da der Dachüberstand rund um das Gebäude so groß ist, sind Anpflanzungen bisher nicht sonderlich erfolgreich. Kinder und Erzieher möchten die Anlagen gemeinsam pflegen.

Garten im Hort Nehesdorf.Nachdem im Garten des Hortes eine Schneebeerenhecke (Knallerbsenstrauch) entfernt wurde, wollen die Erzieherinnen mit den Kindern den Garten neu gestalten. Gedacht ist an Beerensträucher wie Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren zum Naschen. Selbst gebaute Schmetterlings- und Marienkäferhotels werden aufgebaut. "der schon bestehende Komposthaufen wird versetzt, damit wir genügend Platz für Blumen und Stauden haben, um auch unsere Insekten in die Hotels zu locken. Sommerflieder, Nelken und Pfingstrosen wurden bereits gepflanzt, jetzt sollen noch Kräuter dazukommen. Die Pflege wollen die Erzieherinnen mit den Kindern selbst übernehmen und so auch ihre Liebe zur Natur entwickeln helfen.

Bewerbungsschluss ist am morgigen Mittwoch.

Zum Thema:
Wer darf sich beteiligen? Antragsberechtigt sind Kommunen, Vereine, Vermietgesellschaften, Bürgerzusammenschlüsse. Gefördert und realisiert werden ausschließlich Projekte im öffentlichkeitswirksamen Territorium. Wie ist der praktische Verfahrensweg? Wenn das Projekt vom Beirat genehmigt ist, gibt es einen Vororttermin zur praktischen Umsetzung. Wie bewerben? Bewerbungen werden nur bis einschließlich 15. April entgegen genommen. Die Bewerbungsunterlagen müssen eine Objektbeschreibung, den möglichen Leistungsumfang und ein Foto beinhalten. Darüber hinaus muss bereits erklärt werden, wie die Pflege abgesichert werden soll. Bewerbungsunterlagen an red.elsterwerda@lr-online.de oder Lausitzer Rundschau, Hauptstraße 38 04910 Elsterwerda.