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Der Beton bröckelte schon ab

Elsterwerda.. Als sie endlich gebaut wurde, war sie ein Segen für die Stadt. Die täglichen Staus auf der Berliner Straße vor dem Bahnübergang, der mehr Stunden geschlossen als geöffnet war, hatte ein Ende. Seit 1978 rollt der Verkehr nun ungehindert über die Bahnhofsgleise. Inzwischen ist die Brücke jedoch in die Jahre gekommen. Bereits vor drei Jahren betrieb das Brandenburgische Straßenbauamt ein wenig „Kosmetik“ im Bereich der Stützwände. Die Schmierereien wurden entfernt, die Risse im Beton kaschiert, ein neuer Farbanstrich kam drauf. Jetzt wird die Brücke saniert. Von Annette Siemer

Mit dem Beseitigen der Risse ist es diesmal nicht mehr getan. Gravierendere Schäden waren aufgetreten. Im Brückenbereich waren an den Gesimsen einige Betonbrocken auf die Straße gefallen. „Das war eine Verkehrsgefährdung, deshalb mussten wir handeln“ , sagt Manfred Ragotzky vom Brandenburgischen Straßenbauamt und zuständig für die Sanierung der Brücke/B 101. Wer über die Brücke fährt sieht, dass ein Teil der Gesimse bereits abgeschlagen wurde. „Die Hohlstellen wurden geortet und ausgeschlagen. Jetzt wird der seitliche Gesimsbereich mit einer Spritzbetonschale versehen“ , erklärt Manfred Ragotzky. Auch im Bereich der Widerlager wird eine Spritzbetonschale aufgebracht. Damit verschwinden die hässlichen Risse. Allerdings wird die Brücke von der Rückseite her durchfeuchtet, so dass es über kurz oder lang wieder zu den Rissen kommen wird, sagt Manfred Ragotzky. Gänzlich Abhilfe schaffen könne hier nur ein kompletter Neubau. „Mittelfristig wird man sich mit diesem Thema beschäftigen müssen.“
Erneuert wird außerdem das Geländer im eigentlichen Brückenabschnitt, ebenso wie der Gehweg, der bereits entfernt wurde. Die Gehwege im Stützwandbereich wurden schon vor drei Jahren erneuert. Zum Abschluss der Baumaßnahme bekommt auch die Fahrbahn im Brücken- und Rampenbereich eine neue Asphalt-Deckschicht. Die oberste Schicht wurde schon abgefräst. Die ursprüngliche Anzahl der Fahrbahnstreifen bleibt auch nach der Sanierung erhalten. Die Fahrbahnen werden lediglich zur Mitte hin verschoben. „Praktisch so, wie es jetzt schon ist“ , sagt Manfred Ragotzky. Die Straßenrandbereiche werden dann noch mit rund 60 Zentimeter hohen Stahlgleitwänden abgegrenzt. Sie dienen der zusätzlichen Absturzsicherung und sollen die darunter fahrenden Autofahrer vor Steinschlag schützen.
Rund 300 000 Euro kostet die Sanierung der Brücke, die Ende September abgeschlossen sein soll. „So wie dort rangeklotzt wird, werden sie das schaffen“ , sagt Manfred Ragotzky.