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| 02:38 Uhr

Den Rest erledigt die Natur

Planer Stephan Reimann (l.) stellt Interessenten die einzelnen Schritte zur Renaturierung des Heidemoors Hennersdorf vor.
Planer Stephan Reimann (l.) stellt Interessenten die einzelnen Schritte zur Renaturierung des Heidemoors Hennersdorf vor. FOTO: Heike Lehmann
Hennersdorf. Brandenburg zählt zu den moorreichsten Bundesländern. Aber vor allem vom Grundwasser gespeiste Niedermoore sind durch die Entwässerung gefährdet. Der BUND Brandenburg hat das Heidemoor Hennersdorf jetzt vor dem Austrocknen gerettet. Heike Lehmann

Das Heidemoor Hennersdorf zwischen Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain, nordöstlich des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, ist mit 2,2 Hektar Größe ein eher kleines Moor. Nach der Anlage eines Entwässerungsgrabens und einer klimatisch trockeneren Periode zwischen 1991 und 2006 litt die Moorflora und -fauna unter tiefen Wasserständen. Die kreisliche Naturschutzbehörde hatte versucht, dem mit provisorischen Stauen entgegenzuwirken, doch dauerhafte Abhilfe erhofft man sich jetzt erst, nachdem sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit Unterstützung der Naturstiftung DAVID und des Landes Brandenburg um das Moor gekümmert hat. Es wurden zwei Sohlgleiten errichtet, um den Wasserstand im Gebiet langfristig anzuheben. Gemeinsam mit Stephan Reimann, dem Planer der Renaturierung, hat Christine Arndt, Leiterin des Moorschutzprojektes, dieser Tage vor Ort über die ergriffenen Maßnahmen berichtet. Investiert wurden etwa 20 000 Euro ILE-Mittel vom Land Brandenburg und der EU.

Dirk Gebhardt betonte in Vertretung des Elbe-Elster-Landrates, dass das Projekt mit den Zielen des Landkreises in Einklang stehe. Er sagte: "Wir wollen Klimaschutzregion sein, also müssen wir vor der Haustür anfangen." Die Renaturierung des Heidemoors sei ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Sicherung des regionalen Wasserhaushaltes.

Sowohl Gebhardt als auch Christine Arndt lobten, dass die Eigentümer voll hinter dem Projekt stehen. Peter Hentzschel, Geschäftsführer der MKK Märkische Kies- und Kalksandsteinwerke GmbH, erklärte: "Die Fläche gehört zu etwa 300 Hektar Familienwald in den Gemarkungen Münchhausen, Hennersdorf und Eichholz, der von einem Forstbetrieb bewirtschaftet wird. Auch die Stadt Doberlug-Kirchhain als Eigentümerin eines Flurstückes hat mitgewirkt." Seit etwa zehn Jahren werde unter anderem massiver Waldumbau betrieben, um von der Kiefern-Monokultur wegzukommen. "Der Anstau des Wassers wird Auswirkungen haben, weil die Bäume die Nässe nicht vertragen. Das betrifft aber nur ein Prozent Fläche. Dafür erhoffe ich mir von den Moorkulturen positive Einflüsse auf den Waldwirtschaftsbetrieb", so Hentzschel. Ulf Bogusz von der MKK stellte klar, dass das Moor deutlich tiefer liegt als der benachbarte Baggersee, wo Kies abgebaut wird, und von dort gespeist wird.

Reimann ordnet das Heidemoor Hennersdorf als "ganz kleine Baumaßnahme" ein. Er verspricht: "Den Rest macht jetzt die Natur allein. Es wird zuwachsen." Christine Arndt lädt ein, später vorbeizuschauen - "im Mai/Juni, wenn das Wollgras blüht".