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Den Honigbienen ganz nahe

Bernhard Pfaff zeigt den gut geschützten Schülern sein Bienenhaus.
Bernhard Pfaff zeigt den gut geschützten Schülern sein Bienenhaus. FOTO: rkp1
Hirschfeld. So nahe waren die Schüler der Klasse 4 a der Grundschule "Am Schloss" in Großkmehlen noch nie an Honigbienen. In sicheren Schutzanzügen konnten sie ganz aus der Nähe beobachten, wie Hobbyimker Bernhard Pfaff in Hirschfeld die Waben voller Bienen in eine neue Beute umsetzte. Rudolf Kupfer / rkp1

Das war interessant und eine echte Mutprobe, so Lia Schulze und Anni Wegner. Zuvor hatte der Imker ausführlich über den Umgang mit den Bienen gesprochen und ihre enorme Bedeutung für die Landwirtschaft und den Gartenbau dargestellt.

Die Schüler hörten sehr aufmerksam zu und brachten schon einige Vorkenntnisse aus dem Unterricht mit. Klassenlehrerin Cornelia Ottner hatte sie auf diese Exkursion gut vorbereitet. Max Jahn interessierten die Bienen besonders, denn sein Opa Heinz war auch einige Jahre Bienenzüchter. Milben verursachten damals wie heute große Schäden, führte Pfaff auf die entsprechende Frage von Max aus. Auch bei ihm sei im letzten Winter mehr als die Hälfte des Bestandes durch diesen Schädling verloren gegangen. Mit neu eingefangenen Schwärmen ersetzt er gegenwärtig die Verluste.

Etwa 30 000 Arbeitsbienen pro Volk sind ständig im Einsatz. "Dann haben Sie ja bei zehn Völkern 300 000 Tiere, die den süßen Honig in die Waben bringen", rechnete Rahel Magister erstaunt zusammen.

Großen Spaß bereitete die Verkostung der verschiedenen Honigsorten. Bestwerte gab es für den Nektar vom Winterraps und den Robinien. Dass da so viel Arbeit nötig ist, bis der Honig in die Gläser kommt, hätte Max Günther nicht gedacht. "Schön, dass ich das einmal live sehen konnte und so gut erklärt bekommen habe."

Vater Maik Günther, der die Kinder bei der Exkursion begleitete, wollte wissen, wie Bernhard Pfaff zu diesem Hobby gekommen ist. Als Entwicklungshelfer in der Landwirtschaft Afrikas (in Mosambik und Tansania) spielten Bienen eine besonders wichtige Rolle. Das war der Auslöser, so der 48-jährige Diplom-Forst- und Landwirt. Als Geschäftsführer der Hirschfelder Agrar GmbH findet er bei seinen Bienen Ausgleich vom Alltagsstress. Er versteht bestens die Forderung der Imker allerorts nach blühenden Landschaften. In seinem Betrieb, der eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 2400 Hektar bewirtschaftet, sind seit Jahren bienenfreundliche Blühstreifen in Kartoffeln und Mais im Anbau, dazu kommen noch blütenreiche 300 Hektar Zwischenfrüchte. Diese Zusammenhänge sind für die Schüler neu.

"So ein schönes Projekt mitten im Grünen und von Bienen umgeben, hatten wir schon lange nicht", sind sich Alina Hanisch, Nico Buthut und alle anderen einig. Ihren Gastgeber und Hobbyimker Bernhard Pfaff geben sie eine glatte Eins.