Von Frank Claus

Da ist eine vorzügliche Nachwuchs-Konditorin mit großen Plänen – Meisterausbildung und dann Abteilungsleiterin. Da ist ein Industriemechaniker, der nicht nur vorzeitig die Lehre beendet hat und für die Besten-Ehrung der IHK vorgeschlagen ist, sondern selbst schon als Ausbilder für fünf Lehrlinge verantwortlich ist.

Zu den fünf Preisträgern des Ausbildungspreises 2019 der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ gehört auch die Raumausstatterin, die über ihre Lehrzeit sagt, die Zeit sei viel zu kurz gewesen. Es ist die zierliche junge Frau, die mit ihrer Chefin in Amsterdam ein Appartement im Dschungelstil gestaltet und trotzdem den vollen Durchblick hat. Und da ist der groß gewachsene und trotzdem etwas schüchtern wirkende Mann, der als Fachkraft Agrarservice vom Förderschüler zum Klassenprimus wurde.

Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind die fünf Besten aus 400 ausgewählten Azubis. Sie sind nicht nur in ihrem Beruf spitze. Auch nach dem Job engagieren sie sich in Vereinen, für ihre Wohnorte, die Natur und Umwelt. Und noch etwas haben sie seit Dienstag gemeinsam: Jeder hat einen Scheck über 1000 Euro in der Tasche. Geehrt wurden an diesem Nachmittag auch die zehn zweiten Preisträger im Finsterwalder Sparkassenpavillon. „Fühlen Sie sich gewertschätzt“, sagt Brandenburgs Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Die Linke). Sie hält einen Moment inne, wiederholt den Satz noch einmal und es scheint, als möchte sie dabei jedem Azubi in die Augen schauen, um ihm persönlich zu gratulieren.

Fünf werden in der Regel in jedem Jahr zu Preisträgern – seit 2002 sind es nun 80. Der Ausbildungspreis ist damit 18 und volljährig, wie Thomas Hettwer, Mitglied des Vorstandes der Sparkassenstiftung, stolz verkündet. Jährlich werden meist 15 Azubis nominiert – in diesem Jahr aus insgesamt 400 Bewerbern. Alle müssen ihren Wohnsitz in Elbe-Elster haben. Pro Ausbildungsberuf werden maximal drei Bewerber zugelassen.

Lydia Günther aus Kröbeln ist die Frau fürs Süße, der auch Nachtschichten in der Bäckerei Bubner nichts ausmachen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in der freiwilligen Feuerwehr.

Florian Schadock aus Finsterwalde, der Ehrgeizige, der über seine Lehrzeit sagt: „Hätten sich die Lehrer etwas mehr aufs Wesentliche konzentriert, wäre noch mehr Lehrstoff rübergekommen.“ Er arbeitet an Sondermaschinen bei Kjellberg, sagt von sich „ein Heimatmensch“ zu sein und engagiert sich in der Kriegsgräberfürsorge.

Annabel Klaue aus Finsterwalde denkt gern an die Lehrzeit zurück. Sie fühlt sich bei Medizintechnik- & Sanitätshaus Harald Kröger gefordert und gefördert. In ihrer Freizeit hat sie gerade den Truppführerlehrgang absolviert.

Für Luise Tews aus Gröbitz gab es bei der Berufswahl drei glasklare Prämissen: „Es muss was im Handwerk sein, was Kreatives und was Vielfältiges“. Jetzt ist sie Raumausstatterin und hat mit Stoffen, Tapeten, Holz und Wand-Putzbelägen zu tun. Sie ist bereits stolze Gesellin.

Wie alle zuvor will auch Marco Handschuh aus Fischwasser in der Region bleiben. An seinem Berufsweg ist sein Onkel wesentlich „schuld“. Er hat ihn für die Landwirtschaft begeistert.

18 Jahre Ausbildungspreis, was einst mit einem Vorstoß der Kreishandwerkerschaft begann und später Unterstützung von IHK und Kreisbauernverband fand, das ist eben nicht was „Blitzlichtartiges“, wie Thomas Hettwer sagt, sondern was mit Konstanz.

Insgesamt 82 000 Euro Preisgelder sind seit 2002 ausgeschüttet worden. Es ist Geld, das sicher kaum Zinsen auf dem Konto gebracht hat. Dafür hat es was gebracht? Lassen wir es noch mal Ministerin Susanna Karawanskij sagen: „Wertschätzung für junge Leute mit Herzblut, Einsatzwillen, Leidenschaft.“