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„Das war ’ne dufte Truppe“

Kegeln.. Für die Kegler und Keglerinnen der brandenburgischen Auswahlmannschaft hieß es am Samstag früh aufstehen, denn sie hatten eine weite Reise vor sich – es ging nach Poznan in Polen. Antje Haupt


Dort sollte der diesjährige Ländervergleich zwischen Poznan und Brandenburg stattfinden. Bereits seit 1994 gibt es jedes Jahr einen solchen Vergleich, der abwechselnd im Classic- sowie Bohlekegeln in Brandenburg und Poznan ausgetragen wird.
Schon die Anreise im Kleinbus des Senftenberger Busunternehmens Götze war für die zwölf Sportler sowie den Präsident des Keglerverbandes Brandenburg Wilfried Vogt, den Landesfachwart Wilfried Fechner und dessen Stellvertreter Detlef Schallert sehr aufregend. Als sie dann endlich mit etwas Verspätung an ihrem Ziel ankamen, wurden sie sehr herzlich von der polnischen Mannschaft aufgenommen.
Daraufhin ging es natürlich gleich zur Kegelbahn. Die männlichen und weiblichen Mannschaften, welche sich jeweils aus zwei Spielern der A-Jugend, zwei Junioren sowie zwei Spielern der Damen/Herren zusammensetzten, lieferten sich auf der Vierbahnanlage in Poznan einen heißen Kampf.
Nach der spannenden ersten Runde, welche die weibliche Jugend unter sich ausmachte, lagen die Keglerinnen der brandenburgischen Mannschaft mit sieben Holz im Rückstand. Doch schon der nächste Durchgang zeigte, dass die Sportlerinnen Brandenburgs der polnischen Mannschaft überlegen waren, obwohl es zu Beginn dieser Runde nicht so aussah, denn die Branderburger Juniorin Maria Wenzel verletzte sich - ihr Finger spielte nicht mehr mit. Doch trotz alledem hielt die Sportlerin durch und kämpfte um jedes Holz. Im letzten Durchgang der Frauen konnten die Polinnen einfach nicht mehr mithalten und so hatten die Brandenburgerinnen den Sieg mit 2402:2309 in der Tasche. Hier die Einzelergebnisse der Brandenburgerinnen: Nanett Lau 402; Antje Haupt 369; Maria Wenzel 389; Farina Winter 420; Kathrin Conrad 410; Grit Ungermann 410.
Bei den männlichen Sportlern war es jedoch noch spannender. Schien es in den beiden ersten Durchgängen zwar so, als ob es die Brandenburger ihren Kameradinnen gleichmachen würden, so präsentierte die polnische Mannschaft in der letzten Runde ihre besten Spieler, welche den Vorsprung der brandenburgischen Mannschaft schmelzen ließen.
Doch es reichte am Ende dann doch für die Gastmannschaft aus Brandenburg, welche sich mit knappen 2380: 2374 den Titel holte. Hier die Einzelergebnisse der Brandenburger: Norbert Petke 416; Norbert Englert 361; Dirk Görlitzer 352; Daniel Lau 413; Jörg Kreiner 412; Siegfried Kappel 426.
Nach der Siegerehrung am Abend, bei welcher die Bran denburger Sportler alle Preise für die besten Einzelleistungen abräumten, wurde dann ausgelassen gefeiert. Die polnische Mannschaft hatte sich dafür so richtig was einfallen lassen. Bei einem Grillabend sorgte eine polnische Alleinunterhalterin mit deutscher Musik für Stimmung.
Alle hatten zusammen jede Menge Spaß. Es wurde getanzt und gefeiert bis zum Umfallen. Dabei durfte der ein oder andere Schluck Champagner aus dem riesigen gewonnenen Pokal natürlich nicht fehlen. Erst um drei Uhr morgens fuhren die Brandenburger zurück ins Hotel. „Das, was die Polen den brandenburgischen Keglern da geboten haben, übertraf alle meine Erwartungen“ , gab der stellvertretende Landesfachwart Brandenburgs Detlef Schallert nach diesem Tag zu.
Am Sonntag morgen ging es dann schon wieder der Heimat entgegen. Der Präsident des Keglerverbandes Brandenburg Wilfried Vogt war mehr als zufrieden: „Das war die beste Truppe, mit der ich jemals irgendwohin gefahren bin. Jeder hat sich Mühe gegeben und bis zum Ende gekämpft“ .
Für das nächste Jahr ist die polnische Mannschaft nach Guben eingeladen. Dort werden die Brandenburger Kegler selbstverständlich versuchen, beim Ländervergleich ihren diesjährigen Titel zu verteidigen.