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Das „Triebwerk“ klemmt in Lönnewitz, die A 16 wäre der Zünder

Ein Magnet auf dem Flugplatz Lönnewitz war zweifellos die Transall. So wie hier eine Gruppe Rollstuhlfahrer aus Chemnitz nutzten viele Besuche die Gelegenheit, die Maschine zu besichtigen und sich selbst an Bord umzuschauen.
Ein Magnet auf dem Flugplatz Lönnewitz war zweifellos die Transall. So wie hier eine Gruppe Rollstuhlfahrer aus Chemnitz nutzten viele Besuche die Gelegenheit, die Maschine zu besichtigen und sich selbst an Bord umzuschauen. FOTO: Foto: Sven Gückel
Falkenberg/Lönnewitz.. Die „Stammbesatzung“ von Lönnewitz war vollständig angetreten – so könnte man es im Fliegerjargon bezeichnen – als Rainer Jäntsch, Vorsitzender des Fliegerclubs „Die Falken“ , am Samstag Vormittag den Konversionstag und das Flugplatzfest eröffnete. Von Gabi Zahn

Die „Stammbesatzung“ , das sind neben Jäntsch und den etwa 30 Mitgliedern des Fliegerclubs vor allem auch Kommunalpolitiker der Städte Falkenberg und Mühlberg, auf deren Territorium sich der Flugplatz befindet, Landrat Klaus Richter und die Firmenvertreter von Uesa, Wahn, Kolwe & Knof, die sich mittlerweile auf einem Teil des insgesamt 560 Hektar großen Geländes etabliert haben. Zum dritten Mal beim Flugplatzfest dabei - und deshalb zum „Stamm“ schon mit dazu zählend, wurde auch der letzte Mir-Kommandant und zweifacher Held der Sowjetunion, Kosmonaut Viktor Afanasjew, besonders herzlich begrüßt. Obwohl er sich auch ein wenig in deutscher Sprache verständigen konnte, übersetzte ihn die Dolmetscherin die Begrüßungsreden. Er wollte genau wissen, wie es um das Stück Erde bestellt ist, auf dem er in den 70er Jahren als Jagdflieger stationiert war.
Wo in Lönnewitz der Schuh - oder besser gesagt, das Triebwerk - klemmt, das sagte dann Mühlbergs Bürgermeister Dieter Jähnichen recht deutlich: „Wir sind mit der Infrastruktur noch lange nicht dort, wo wir es uns gewünscht hätten.“ Das liege vor allem an der verkehrstechnischen Anbindung, womit er den Gedanken unweigerlich zum fehlenden Autobahnanschluss führte. Verheerend wäre deshalb die jüngste Entscheidung, dass selbst die A 16 von Leipzig nach Torgau nicht vordringlich in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden sei. Er machte in diesem Zug auf die Veranstaltung am Mittwoch ab 16 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Herzberg aufmerksam, wo neben Landrat Klaus Richter auch die IHK Cottbus zugegen sein will. „Wir müssen alles daran setzen, in dieser Sache noch etwas zu bewegen. Sonst wird die weitere Vermarktung von Lönnewitz sehr schwierig. Das Ziel muss sein, dass der Platz innerhalb von 10 bis 15 Minuten von der Autobahn aus erreichbar ist“ , forderte Dieter Jähnichen eindringlich.
Einen Lichtblick für Lönnewitz hatte er dennoch: „Die Elbbrücke in Mühlberg wird kommen.“ 2003 liefen die Vorplanungen, dann erfolge die Auslegung, so dass 2005 mit dem Bau begonnen und das Bauwerk ein Jahr später fertig gestellt werden könne. Zwar gäbe es mit der Anbindung in Mühlberg und mit verschiedenen Vogelschutzgebieten Probleme: Denen wolle man sich jedoch stellen.
Landrat Klaus Richter griff die A 16 als „roten Faden“ weiter auf: „Ich könnte ja mit dem Bundesverkehrswegeplan für die Region zufrieden sein. Schließlich sind der Ausbau aller Bundesstraßen samt der Ortsumfahrungen als vordringlicher Bedarf enthalten, aber die Weiterführung in Richtung der Landesgrenzen nach Sachsen und Sachsen-Anhalt wird nicht da sein.“ Für ihn sei das Thema längst nicht erledigt: „Der Bundesverkehrswegeplan wird erst im Bundestag beschlossen“ , macht er deutlich. Gemeinsam mit den Landräten von Wittenberg und Anhalt-Zerbst habe er sich gerade verständigt, dass eine Aktion der Landräte für die A 16 gestartet werden soll. Man dürfe auch nicht die unterschiedlichen Realisierungszeiten des Ausbaus vergessen, appellierte der Landrat. Und: „Es ist wichtig, dass wir eine Lobby schaffen und in einer gemeinsamen Sprache sprechen.“

Gut zu wissen Engagement in der Vorbereitung hat sich gelohnt
 Rainer Jäntsch, der Falken-Fliegerclub-Vereinschef, zeigte sich gestern Abend recht zufrieden. Am Samstag wären bereits 1500 Besucher nach Lönnewitz gekommen, gestern mehr als 2000, teilte er mit. Bereits im Oktober habe die Planung für das Ereignis begonnen. Im November müsse bereits beantragt werden, dass die Transall nach Lönnewitz kommt. „Ob das Flugzeug jedoch wirklich einfliegt, steht noch nicht einmal einen Tag vorher fest“ , so Jäntsch. Ein plötzlicher Militäreinsatz in eines der Krisengebiete, in denen die Bundeswehr agiert, wäre dringlicher. Um so mehr freuten sich die Falken-Flieger, als sich am Freitagabend der 37 Tonnen schwere „Kampfzonentransporter“ der Lönnewitzer Landebahn näherte und die fünfköpfige Crew kurz danach herzlich begrüßt werden konnte. Heute verlässt sie Lönnewitz wieder.