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Vom Lande
Das Millionending von Kraupa

Demnächst nehmen sich Handwerker den Saal des Dorfhauses in Kraupa vor. In diesem Raum sind die Uhren irgendwann stehengeblieben.
Demnächst nehmen sich Handwerker den Saal des Dorfhauses in Kraupa vor. In diesem Raum sind die Uhren irgendwann stehengeblieben. FOTO: Manfred Feller / LR
Kraupa. Mit hohem finanziellen Aufwand wird das Dorfgemeinschaftshaus in Kraupa umgebaut und grundlegend saniert. Es entsteht ein Treffpunkt für ganz Elsterwerda. Von Manfred Feller

  In dem schmucken Saal des Dorfgemeinschaftshauses im Elsterwerdaer Ortsteil Kraupa lassen die Gymnastikfrauen elegant die Hüften kreisen. Nebenan im Seniorenclub plauschen die älteren Einwohner bei Kaffee und Kuchen. In der Bierstube diskutiert der noch junge, aber bereits 60 Mitglieder starke Bürgerverein die nächsten Vorhaben. Nicht zu überhören sind die Kegler. Auf der 2-Bahnen-Anlage schieben sie eine flotte Kugel nach der anderen.

Kinderstimmen sind aus dem nicht wiederzuerkennenden Dachgeschoss zu hören. Der Tischtennisnachwuchs vom TTC Empor Kraupa trainiert für den nächsten Wettkampf. Eines Tages wird er die sechs Erwachsenenmannschaften im Liga-Betrieb verstärken. Von den über die grünen Platten springenden Bällen lassen sich die Besucher der Dorfbibliothek nicht stören. Unzählige Bücher haben die Kraupaer dafür gespendet. Zwei Einwohner leiten ehrenamtlich die Ausleihe. Doch damit nicht genug. In einer Küche können Kinder das Kochen lernen. Nebenan bringen ihnen ein paar ältere Damen Handarbeiten bei. Wer noch Hausaufgaben zu erledigen hat und dafür einen Computer braucht — auch dem wird geholfen. „Es ist Leben in der Bude“, würde Katja Gehre, engagierte Vorsitzende des rührigen Bürgervereins, sagen.

Das Beschriebene ist noch Zukunftsmusik. Doch ab dem 1. August dieses Jahres soll es soweit sein, versprach der Elsterwerdaer Bauamtsleiter Uwe Schaefer in dieser Woche kurz vor dem Start in den zweiten Bauabschnitt. Für rund eine halbe Million Euro ist die Bauhülle bereits erneuert. Weitere 940 000 Euro fließen in die nächsten Arbeiten — bei jeweils 75-prozentiger Förderung aus den EU-Töpfen für die ländliche Entwicklung mit Unterstützung des Landes. Die Handwerker nehmen sich nun Saal (mit Heizung sowie neu einzubauenden Umkleide- und Sanitärräumen), Bierstube und den Vorraum der Kegelbahn vor. „1,4 Millionen Euro — das ist eine Hausnummer für Elsterwerda“, sagt Uwe Schaefer.

Möglich wurde diese dörfliche Mega-Investition, weil sich der Bürgerverein „als Motor des ländlichen Lebens“ (Bürgermeister Dieter Herrchen) vor das Projekt gespannt hat und Stadt und Abgeordnete mit seinem Konzept und seinem Einsatz überzeugen konnte. Es entstehe ein Dorfgemeinschaftshaus nicht nur für Kraupa, sondern für alle Elsterwerdaer und potenzielle Nutzer aus den umliegenden Orten.

Das Obergeschoss ist hergerichtet. Dort werden wieder die Tischtenniskinder von Lothar Winter trainieren.
Das Obergeschoss ist hergerichtet. Dort werden wieder die Tischtenniskinder von Lothar Winter trainieren. FOTO: Manfred Feller / LR
Am Tage sowieso, aber auch am Abend bei voller Beleuchtung ist das außen fertig sanierte Kraupaer Dorfgemeinschaftshaus mit dem Saal hinten links ein Hingucker. In wenigen Monaten soll auch drinnen alles fertig sein.
Am Tage sowieso, aber auch am Abend bei voller Beleuchtung ist das außen fertig sanierte Kraupaer Dorfgemeinschaftshaus mit dem Saal hinten links ein Hingucker. In wenigen Monaten soll auch drinnen alles fertig sein. FOTO: Manfred Feller / LR