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| 02:37 Uhr

Das Lehrerseminar im Elsterwerdaer Schloss

Der ehemalige Lehrer Horst Paulick aus Elsterwerda berichtet: Dem Autofahrer auf der doppelten Bundesstraßen 101/169 durch Elsterwerda bietet sich stets ein besonderer Anblick. Wenn er die Brücke über die Schwarze Elster befährt, erregt ein auffallender Gebäude-Komplex sein besonderes Interesse.

Seit Jahrhunderten steht er da, und die Mauern der schmucken Schlossanlage könnten interessante Geschichten erzählen. Auch darüber, dass hier dereinst Lehrer ausgebildet worden sind.

Mitte des 19. Jahrhunderts zwang steigender Lehrerbedarf die Verantwortlichen im damaligen Regierungsbezirk Merseburg zu weitreichenden Überlegungen und zu einem für Elsterwerda wichtigen Beschluss. Seit 30 Jahren gehörte das Gebiet zu Preußen. Die Bindung der Elsterstadt an sächsische Residenzen war erloschen, das Elsterschloss aber bot sich an für andere Aufgaben. Was also lag näher, als hier ein Seminar zur Ausbildung dringend benötigter Lehrer einzurichten?

Die zuständigen Behörden waren sich bereits 1852 diesbezüglich einig. Doch erst am 20. Juni 1856 , nach Klärung aller widrigen Umstände, erfolgte die Baugenehmigung. Der ursprüngliche Termin der Fertigstellung, 24. Mai 1857, konnte nicht gehalten werden. Doch noch im Herbst nach Verwendung von 10 371 Talern als Baukosten konnte der Bau übergeben werden. Die offizielle Seminar-Eröffnung erfolgte am 13. November 1857. Für das Schloss begann damit seine Schul-Zeit.

Im ersten Jahr wurden 19 Zöglinge, nach Aufnahmeprüfungen, aufgenommen. Innerhalb von drei Jahren war so die vorgegebene Zahl von 60 Seminaristen erreicht. Im September 1860 gab es erstmalig Entlassungsprüfungen. Ab 1879 waren in Elsterwerda 65, ab 1882 gar 80 Seminaristen zugelassen. Diese kamen unter anderem aus Großthiemig und Grünewalde, auch aus Dessau und Naumburg und waren internatsmäßig im Schloss untergebracht. Die Erweiterung erforderte zusätzliche Bauten. Es entstanden 1878 eine Turnhalle sowie 1382 eine Übungsschule. Ein Physikzimmer konnte erst 1904 durch Aufgabe einer Lehrerwohnung eingerichtet werden.

Eine tiefgreifende Veränderung trat nochmals 1901 ein. Die jetzt zugelassenen 90 Seminaristen konnten nicht mehr im Schloss untergebracht werden. Abhilfe geschaffen wurde durch die Einrichtung eines Externats. In Pensionaten in der Stadt, z.B. bei Krüger und Tietze, gelang es, 35 Zöglinge unterzubringen.

Keineswegs leicht waren die Lebensbedingungen im Elsterwerdaer Seminar, den in der Regel hier vier Jahre Lernenden wurde viel abverlangt. Aber: Bibliothek und Lesesaal standen zur Verfügung. Zur aktiven Freizeitgestaltung stand seit 1904 eine Kegelbahn zur Verfügung.

Hunderte von Seminaristen hatten mittlerweile, gut vorbereitet für ihre Lehrertätigkeit, das Seminar verlassen, lehrten direkt in Elsterwerda und umliegenden Dörfern oder weit verstreut in ganz Deutschland.

Das Jahr 1907 geriet zum würdigen Höhepunkt in der Seminargeschichte. Der 50. Jahrestag des Seminar wurde in beeindruckenderweise gefeiert. Danach ging die Arbeit weiter. Hier müssen unbedingt auch die Lehrer genannt werden, die, das sollte später typisch werden für Elsterwerda, selbst Zöglinge ihrer Arbeitsstätte gewesen sind. Mit ihren konsequenten Forderungen ihren Zöglingen gegenüber haben sie auch Elsterwerdas Ruf als Dreierseminar begründet: Wer besser als Drei sein wollte, der musste schon was leisten!

Schwer getroffen wurde das Seminar durch den Ersten Weltkrieg. Von den zum Militärdienst herangezogenen 140 Seminaristen kehrten 43 nicht wieder zurück. Ihnen zu Ehren wurde ein Gedenk-Brünnlein errichtet, das noch heute am Schloss zu sehen ist. Leider war inzwischen das Schicksal des Lehrerseminars besiegelt: Am 8. März 1926 stellte es seine Tätigkeit für immer ein.

Mit immer kleineren Klassen taumelte man dem Ende entgegen. Sechs waren es schließlich, die am 8. März ihre Prüfung absolvierten. Am Nachmittag erlebten sie dann gemeinsam mit Dutzenden ehemaliger Seminaristen und mit der von großer Ergriffenheit gepackten Elsterwerdaer Stadtprominenz die Schlussfeier des Seminars.

Auf Spurensuche im Schönewalder Schnee

Die 3. Klasse der Grundschule "Otto Nagel" in Schönewalde war mit dem Revierförster unterwegs und berichtet davon:

Der Revierförster Herr Thrun besuchte uns im Sachunterricht. Er zeigte uns Tierpräparate vom Sperber, Reh und das Fell eines Fuchses. Sogar Kote vom Reh, Hirsch und Hasen hatte er in Plastikschachteln dabei. Wir wissen nun, Kot heißt Losung. Unsere Lehrerin Frau Kurzrock dachte immer, die Tiere des Waldes werden im Winter vom Förster gefüttert, aber das war nur früher so.

Dick eingemummelt machten wir uns auf Spurensuche in den verschneiten Winterwald. Und wir fanden sie tatsächlich. Die deutlich in den Schnee gedrückten Hasen-, Fuchs- und Rehspuren. Später waren wir selbst Sperber und Spatzen und jagten durch den Schnee. Wir haben an diesem Tag viel über unsere Natur gelernt und sagen Dankeschön.

Breitenauer Kinder auf Zempertour

Kürzlich war bei den Breitenauern wieder das Zempern angesagt. Thomas Trodler berichtet darüber:

Ein Dutzend Kinder im Alter zwischen drei und 13 Jahren beteiligten sich am Faschingstreiben und zemperten durch Breitenau. Mit lustigen bunten Kostümen waren die Kleinsten des Ortes unterwegs um die alte Tradition […] zu frönen. Sie baten an den Haustüren um Eier, Speck und eine kleine Spende und die junge Zemperkapelle bedankte sich bei ihren Gönnern mit einem Ständchen. Eier und Speck wurden dann am Sonntag beim traditionellen Faschingsfest mit Eltern, Großeltern und Gästen genüsslich verspeist. Die zusätzlich gesammelten Spenden werden im Frühjahr für einen gemeinsamen Ausflug beim Kinder-Erlebniswochenende eingesetzt. […]

Kleine Feuerwehrmänner proben Eisrettung

Während eines Winterspaziergangs entdeckte Gudrun Schwarz aus Reichenhain den Feuerwehr-Nachwuchs, der gerade in der Eisrettung geschult wurde:

Auf einem gefrorenen Teich zwischen Stolzenhain/Röder und Reichenhain wurde der Nachwuchs der Stolzenhainer Feuerwehr darin geschult, wie man auf dem Eis Leben rettet. Ein eindrucksvolles Erlebnis sicher für jeden dieser Nachwuchsfeurwehrmänner. Man kann diese freiwillige Arbeit nicht hoch genug anerkennen - deshalb auf diesem Wege ein Dankeschön an die Betreuer. Ich wünsche allseits gutes Gelingen und weiterhin viel Spaß mit diesem Nachwuchs.

Kinderbuchautor liest

an Crinitzer Grundschule

Von einem Besuch des Kinderbuchautors Jörg Isermeyer berichten die Fünftklässler der Heinz-Sielmann-Grundschule in Crinitz:

Im Januar kam der Kinderbuchautor Jörg Isermeyer an die Heinz-Sielmann-Grundschule Crinitz um sein neues Buch "Alles andere als normal" vorzustellen und daraus vorzulesen.

Die Schüler der 5. und 6. Klasse waren von dem Buch und dem Autoren begeistert. Die Lesung war spitzenmäßig, weil er die Geschichte mit viel Mimik und Körpereinsatz präsentierte.

In dem Buch geht es um große Probleme mit Geld. Die zwei zwölfjährigen Kinder, Jule und Lukas, verbindet eine außergewöhnliche Freundschaft. Jule ist sehr speziell und ihre Familie hat nicht viel Geld. Lukas ist wohlbehütet, einfach nur normal und "Star Wars"-Fan. Eines Tages treffen sich die beiden an einer Mauer, wo Jule fremden Leuten nachspioniert. Besonders spannend wird die Geschichte, wenn Jule und Lukas einer Bande Fahrraddieben auf die Spur kommen.

Anschließend durften noch Fragen zum Buch und zu Herrn Isermeyers Leben gestellt werden. Der Autor, Schauspieler und Regisseur überlegt, das Buch in ein Drehbuch für einen Film umzuschreiben. […] Zum Schluss hat er allen eine Autogrammkarte signiert. Zwei Schüler haben sich gleich das Buch mit einer persönlichen Widmung gekauft.