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Das Land soll Schülerverkehr bezahlen

"Praktikant" Rainer Genilke (l.) am Ziel seines Praxistests am Busbahnhof in Finsterwalde. Joachim Hüttig von der Verkehrsmanagement Elbe-Elster GmbH attestiert dem Abgeordneten Sachkenntnis.
"Praktikant" Rainer Genilke (l.) am Ziel seines Praxistests am Busbahnhof in Finsterwalde. Joachim Hüttig von der Verkehrsmanagement Elbe-Elster GmbH attestiert dem Abgeordneten Sachkenntnis. FOTO: gb
Finsterwalde. Nach Arbeitsagentur und Kita nun die Verkehrsmanagement Elbe-Elster GmbH. Rainer Genilke (CDU) weiß gern, worüber er spricht und sucht deshalb Gelegenheiten, in verschiedene Lebens- und Arbeitsbereiche hineinzuschnuppern. Gabi Böttcher

Unabhängig von Wahlkampfzeiten. Am Mittwoch endete für den Landtagsabgeordneten ein dreitägiges Praktikum im öffentlichen Personen-Nahverkehr. Um 5.43 Uhr ging's mit dem Schülerverkehr ab Finsterwalde in Richtung Tröbitz. Auswertung dann am späten Vormittag mit Jens Endler von der Verkehrsmanagement Elbe-Elster GmbH. "Die Busse waren in einem Top-Zustand, die Schüler diszipliniert, die Kontrolleurinnen machen mehr, als sich nur um Fahrscheine zu kümmern.. Sie achten auf Ordnung und Sauberkeit", fasst Genilke kurz zusammen. Erfreut sei er gewesen, dass an vielen Orten Eltern an den Bushaltestellen waren und sich die Schüler sehr geordnet verhielten. Nur einmal sei es wegen einer Baustelle in Sonnewalde etwas knapp geworden mit der Umstiegszeit. Wenn das elektronische Meldesystem im Bus nicht schnell genug hinterher kommt, greift die Mobilitätszentrale ein. Alles ist glattgegangen am gestrigen Morgen.

Von dem nicht unkomplizierten Erstellen eines Linienfahr-planes bis zum Praxistest als Fahrgast hat sich Rainer Genilke alles erklären lassen. Joachim Hüttig, Gruppenleiter Verkehr und Statistik, der ihn begleitet hatte, sagt anerkennend: "Er steht ganz schön im Stoff."

Die wichtigste Botschaft, die der Landtagskandidat im Wahlkreis 36 loswerden muss: "Wir wollen, dass der Schülerverkehr vom Land bezahlt wird. Rot-Rot hat das abgeschafft. Aber Schule ist Ländersache." Scharf kritisiert Rainer Genilke, dass die vom Bund an die Länder gegebenen und jährlich um 1,5 Prozent dynamisierten Mittel für den Nahverkehr nicht in gleicher Weise erhöht beim ÖPNV ankommen. Die Unternehmen seien gezwungen, trotz steigender Kosten mit denselben Mitteln auszukommen. Die Reduzierung von 5,2 Millionen Fahrplankilometern im Jahr 2005 auf 4,6 Millionen Fahrplankilometer in diesem Jahr sei eine Folge dieser unzureichenden Finanzierung. "Mobilität ist Landesaufgabe. Darüber halten wir das Land zusammen", betont der Landtagsabgeordnete die Bedeutung der Mittel für den Nahverkehr. Zudem fordere der Gesetzgeber gleichzeitig, dass bis zum Jahr 2022 eine vollständige Barrierefreiheit im ÖPNV umgesetzt werden solle. Rainer Genilke ermuntert potenzielle Fahrgäste ausdrücklich, ihre Hinweise auszusprechen. Nicht zuletzt deshalb sei eine Verbesserung der Verbindung aus Richtung Dollenchen zur Südambulanz in Finsterwalde zustande gekommen. Nämlich ohne Umstiegszwang am Markt.