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Das Jahr gedeiht bei einer Tasse grünen Tees

Sylvia Stiller bei der Gurkenaussaat.
Sylvia Stiller bei der Gurkenaussaat. FOTO: M. Claus/mcl1
Elsterwerda. Gartenbauingenieurin Sylvia Stiller strahlt mit der Frühlingssonne um die Wette. Der Duft dazu kommt von den Zitrusgewächsen der Sparkasse, die in der Gärtnerei überwintern und musikalisch begleiten Songs von Nora Jonas, Silly und anderen die vorbereitenden Arbeiten. mcl

Seit vergangener Woche können die Kunden wieder vorbeischauen. In der Winter-Ruhepause ist weiter investiert worden am Elsterwerdaer Standort. Strom und Wärme für die Gärtnerei kommen von der neu installierten Holzvergaseranlage.

Bei einer Tasse grünen Tees, erzählt die junge Frau, habe sie das Gartenjahr für sich im Januar geplant. "Was bis Anfang März nicht geschafft ist - Homepage aktualisieren oder Preisschilder machen - wird nicht mehr", sagt sie aus Erfahrung. Sie hat das Geschäft von ihrer Mutter übernommen und spricht heute von einem gleitenden, gelungenen Übergang.

In der achten Kalenderwoche wurden Jungpflanzen aus Dresden geholt, der Paprika wächst schon länger in einem eigens für ihn gebauten Brutkasten, die Tomaten werden jetzt ausgesät und testen will Sylvia Stiller in diesem Jahr superniedrige "Fleißige Lieschen". Das Gewächshaus ist geputzt, auf den Tischen liegen neue Bewässerungsmatten, darüber Nadelfolie. Die Lieblingsblumen bekommen sogar neue Töpfe, frische Erde gibt es für alle. Rote und lilafarbene Geranien plus optisches Beiwerk sind vorrätig für die städtische Pflanzdekoration.

"Qualität spricht sich herum, fordert aber auch entsprechenden Einsatz", meint Sylvia Stiller, die Garten-, Grab- und Friedhofspflege und ebenso grüne Urlaubspflege im Angebot hat. Ebenso schätzen Wohnungsgesellschaften die Fachkompetenz. "Ich suche dringend eine Person, die sich bestens mit Pflanzen auskennt", erklärt Sylvia Stiller. Was stundenweise starten soll, könne sogar bis zur Vollbeschäftigung führen, macht sie Bewerbern Mut.

"Ich liebe die Vielfalt, keine Pflanzenpuppenstube, wo die Gewächse keinen Raum zum Entfalten haben", sagt sie nimmt auch mal Rückschläge hin: "Der Schuldige ist sowieso immer der Gärtner", sagt sie und lacht beim Erzählen aus dem Erleben. Weniger zum Lachen ist ihr allerdings, wenn sie an die Zeit der Eisheiligen denkt. Ein Bett im Folienzelt, um den Heizlüfter im Auge zu haben, davor graut ihr. Sie winkt den Gedanken mit der Hand weg und zählt auf, was alles an Gemüse jetzt nacheinander ausgesät werden muss. Nicht vergessen werden dürfen die etwa 25 alten Tomatensorten, die sie für den Schradenhof produziert. Gerückt wird das erste Mal Ende April, dann lädt auch der Kreisgärtnertag am letzten April-Wochenende in die Gärtnerei ein.

Der Frühling ist also längst da und das nicht nur in der Gärtnerei Stiller in Elsterwerda. Die 19. Frühlingsschau gibt es am 18./19. März bei Stephan Golda in Rehfeld. Zur gleichen Zeit wird in der Gärtnerei Schulze in Stechau die Frühlingszeit eingeläutet. Frühlingserwachen heißt es am 8. April in der Klostergärtnerei in Mühlberg.