ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:42 Uhr

"Das ist erstunken und erlogen"

Polizei, Schild, Polizeireviere, Inspektionen, Kriminalitaet, Sicherheit, Schutz, Ermittlungen, Schiessgasse, Freistaat Sachsen, Dresden, Oktober 2008, Bild Nr.: N29132
Polizei, Schild, Polizeireviere, Inspektionen, Kriminalitaet, Sicherheit, Schutz, Ermittlungen, Schiessgasse, Freistaat Sachsen, Dresden, Oktober 2008, Bild Nr.: N29132 FOTO: © nmann77 - Fotolia.com
Elsterwerda/Herzberg. Passiert sein soll das alles am Dienstag gegen 20 Uhr an der Bahnunterführung in fast unmittelbarer Nähe zur Polizeiwache in Elsterwerda. Ein Mann sei niedergeschlagen worden. Frank Claus

Im Facebook-Eintrag liest sich das so: "Als er aufblickte, schaute er in ein schwarzes Gesicht und der Typ forderte Geld. Sie sind an den Falschen geraten, denn mein Bruder schnappte sich den Typen und legte ihn schlafen. Aus dem Nichts kamen noch zwei Schwarze, auch der Zweite legte sich schlafen, dem Dritten rannte er hinterher." Die Polizei und eine Notärztin seien dem Bruder zu Hilfe gekommen.

Im Facebook wird auch behauptet: "Es stellte sich heraus, dass es drei Asylbewerber aus dem Senegal sind, die schon Etliches auf dem Kerbholz haben." Polizeisprecherin Ines Filohn: "Das ist schlichtweg erstunken und erlogen."

Richtig ist demnach: Es gab weder einen Polizeieinsatz, so Thomas Ballerstaedt, Leiter der Polizeiinspektion Elbe-Elster, noch einen Notarzt-Einsatz zu diesem Zeitpunkt, wie die Cottbuser Leitstelle bestätigt. "Wir hatten einen Notarzteinsatz in einem Haus in der Westlichen Feldmark in Elsterwerda um 20.25 Uhr, aber nicht an der Unterführung", so der Diensthabende in der Leitstelle. Auch bei Gericht gebe es keine Erkenntnisse zu dem geschilderten Vorfall. Die Polizei hat die Facebook-Userin ausfindig gemacht und noch gestern zur Vernehmung vorgeladen. Über das Ergebnis gab es bis Redaktionsschluss keine Aussagen. Gegen die Erfindern des Gerüchts werde jetzt wegen Volksverhetzung ermittelt.

Fall 2: In der vergangenen Woche soll in Herzberg eine Frau von ausländisch aussehenden Männern belästigt worden sein. Thomas Ballerstaedt: "Der Mann, der dies kundtat, wollte den Namen der Geschädigten nicht nennen." Er sei der Polizei zufolge tief in die rechtsradikale Szene einzuordnen und mehrfach auffällig geworden. Insgesamt würden die Polizei immer wieder Gerüchte im Zusammenhang mit Asylbewerbern erreichen. Dabei gehe es zumeist um Diebstahlshandlungen. Thomas Baller staedt hatte in einer ähnlichen Debatte deutlich gemacht: "Wir gehen jedem Hinweis nach."