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| 02:41 Uhr

"Das ist eines Stadtoberhauptes nicht würdig"

Der RUNDSCHAU-Artikel im CDU-Schaukasten.
Der RUNDSCHAU-Artikel im CDU-Schaukasten. FOTO: Schulz
Herzberg. Die Vorsitzende der Elbe-Elster-FDP, Carmen Schulz, kritisiert den Beitrag im Schaukasten der Herzberger CDU und Auftreten von Bürgermeister Michael Oecknigk.

Am 1. März hat die FDP-Elbe-Elster in Herzberg auf einer Gesamtmitgliederversammlung ihre Kandidaten für die Wahl zum Kreistag und für kommunale Gremien zur Kommunalwahl am 25. Mai bestimmt und ihr Wahlprogramm beschlossen. Unter dem Titel "FDP streicht den Passus ‚Erhalt der Kreisstadt Herzberg'" berichtete die RUNDSCHAU am 6. März im Zusammenhang mit dem Vorhaben der Kreis-FDP, sich für "eine zukunftstragende Verwaltungsreform" starkzumachen. In der RUNDSCHAU-Ausgabe vom 8. März hat FDP-Mitglied Johannes Wohmann aus Finsterwalde in einer Klarstellung zu dem Artikel vom 6. März dargelegt, dass die Kreisstadtfrage Herzberg überhaupt nicht zur Debatte stehe. Inhalt des Kreiswahlprogrammes der FDP sei es vielmehr, allen Städten und Gemeinden des Landkreises gleiche Entwicklungschancen einzuräumen.

Der RUNDSCHAU-Beitrag vom 6. März ist im Schaukasten des CDU-Ortsverbandes Herzberg-Schönewalde-Schlieben am Herzberger Marktplatz angebracht. Der Artikel wurde mit Bemerkungen wie "Verräter der Kreisstadt" und "Nicht wählbar" versehen. Die Vorsitzende der FDP-Kreisorgansiation, Carmen Schulz, wurde von Bürgern darauf aufmerksam gemacht. "Hier hat jemand in oranger und Kind gerechter Handschrift versucht, Randbemerkungen zu verewigen. Es sind aber keine Randbemerkung sondern es ist eine Verunglimpfung", so Carmen Schulz. Sie bezeichnet das als "politische Jagd" und wandte sich Ende dieser Woche mit einem offenen Schreiben an die RUNDSCHAU.

"Der klärende Beitrag von Johannes Wohmann fand in dem Herzberger CDU-Schaukasten keinen Platz. Als Kreisvorsitzende der FDP Elbe-Elster und als Bürgerin dieser Stadt ging ich selbstverständlich zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung zum Bürgermeister, der auch Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes ist, um zu erfragen, warum mit solchen doch recht unfairen Mitteln Stimmungsmache betrieben wird. Ich traue dem Meister der Bürger schon zu, dass er auch den Artikel vom 8. März gelesen hat. Was dann geschah, ist eines Stadtoberhauptes nicht würdig. Mit persönlichen Beschimpfungen, die ich hier nicht wiedergeben möchte, wurde noch einmal nachgelegt. Als öffentliche Person will und kann ich mir das nicht bieten lassen", so Carmen Schulz. Sie wirft Michael Oecknigk auch vor, sich nur wenig um die Entwicklung der kleinen Betriebe unmittelbar im Stadtkern und die Zusammenarbeit im Umfeld gekümmert zu haben. "Wer diese Zusammenarbeit nicht aktiv sucht, um den Kreisstadtstatus zu untermauern, der muss sich nun wirklich nicht aufschwingen und andere als Verräter beschimpfen. Man kann sich fast des Eindrucks nicht erwehren, dass hier bewusst politische Jagd angezettelt wird, damit keine Störenfriede, wie die FDP, in der Stadtverordnetenversammlung sitzen. Ich glaube nicht, dass dies im Sinne eines christlich demokratisch denkenden Menschen sein kann. Als Bürgermeister sollte man sich im Griff haben", schreibt sie.