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| 02:42 Uhr

Das Felsenfest in Rothstein verlässt die Intensivstation

Es lebt noch: Rothsteins Felsenfest.
Es lebt noch: Rothsteins Felsenfest. FOTO: Frank Claus
Rothstein. Sinkende Besucherzahlen, immer weniger Schausteller, abgespeckte Programme – in den zurückliegenden Jahren ist Rothsteins legendäres Felsenfest in eine tiefe Krise gerutscht. Vor allem die Eintrittspreisgestaltung machen die Besucher dafür verantwortlich. Frank Claus

Und nun sind es ausgerechnet jene, die von den goldenen Zeiten des Festes wenig oder nichts wissen, die den Patienten von der Intensivstation holen. Ganz viele junge Leute sind zum Felsenfest gekommen und bestätigen das, was ihnen Ältere immer wieder vorgeschwärmt haben: Die Atmosphäre in Rothstein unter Bäumen am Felsen ist einfach etwas Besonderes.

So freut sich am Sonnabend schon der Kassierer: "Ich persönlich hätte mit dem Zustrom gar nicht gerechnet." Gegen 21 Uhr ist der Platz um die kleine Bühne gut gefüllt, zum Feuerwerk am Abend werden es noch mehr. Die Jugend dominiert und später werden es zur Party an der Felsenbühne immer mehr.

"Es hat spät begonnen", sagt der Broiler-Verkäufer und grinst: "Aber die letzten drei Stunden bin ich mit verkaufen gar nicht hinterhergekommen. Auch Jens Uhlemann von der Gaststätte "Zu den Drei Rosen" ist zufrieden. "Klar, wie zu DDR-Zeiten ist es längst nicht mehr. Da war der Schaustellerpark, den Rothstein aufbieten konnte, noch was Besonderes. Heute kannst Du so was eben überall erleben. Aber ich finde es wunderbar, dass Leute noch immer nach Rothstein kommen, weil sie Freunde und Bekannte treffen wollen."

Freilich, der Schaustellerpark ist eingedampft und trotzdem sind gegen 21 Uhr nur wenige Fahrgeschäfte gut belegt. Das ändert sich kurz vorm Feuerwerk noch mal. Aber: Die Branche hat es schwer. Der Eintrittspreis von 2,50 Euro für drei Tage bei freiem Eintritt für Kinder bis 14 Jahre wird nun scheinbar akzeptiert, wie die gut gefüllten Parkflächen belegen.

Verzichtet wird auf die große Sonntagssause der Schlager- und Volksmusikstars: zu kostspielig und hinsichtlich des Veranstaltungsortes unter freiem Himmel zu riskant. Jüngere Felsenfest-Besucher hatten immer kritisiert, dass sie dieses Programm mitfinanzieren, obwohl es sie gar nicht anspricht. Dass Rothstein mit ausgedünntem, weniger kostenintensivem Programm nun versucht, Verluste der Vergangenheit auszugleichen, wirtschaftlich solide über die Runden zu kommen und sich vielleicht ein kleines Polster aufzubauen - die Gäste akzeptieren es.

Und dennoch: Will Rothsteins Felsenfest sich auch künftig abheben, muss ein attraktiver, mithilfe von Sponsoren finanzierter Programmpunkt am Sonntag am Felsen her. Falkenbergs Tanzmäuse, Finsterwaldes Männerballett, Bands und Talente der Kreismusikschule, das Musicalprojekt der Oberschule Bad Liebenwerda - da muss doch was zu machen sein! Und wenn alle Besucher noch ein Los kaufen und im Programm ein gesponserter Hauptpreis verlost wird, kommt noch Geld rein.